Cremig-sahniges Kohlrabi-Gratin mit Schnittlauch

Es besteht ein recht großes Missverhältnis zwischen meinem Kohlrabi-Konsum und der Anzahl an Kohlrabi-Rezepten auf diesem Blog. Denn ich esse unglaublich gerne und viel Kohlrabi. Meistens verputze ich ihn einfach nur geschält und in Scheiben geschnitten. Gerne auch mit veganem Kräuterquark zum Dippen. Das war mir aber bislang noch keinen Blogeintrag wert. Doch lasst uns dem Kohlrabi mehr Aufmerksamkeit widmen. Kohlrabi ist ein ur-deutsches Gemüse. Es ist so sehr in unserer Heimat verwurzelt, dass die Knollen sogar im englischen Sprachraum schlicht „Kohlrabi“ heißen. Und die Knollen sind nicht nur lecker, sondern stecken auch voller Magnesium, Kalzium, Selen und Eisen. Die meisten Nährstoffe stecken dabei im Blattgrün, das in diesem Rezept gleich zum Würzen mitverwendet wird. Sie enthalten doppelt so viel Vitamin C wie die Knollen. Dies ist ein richtiges Familienrezept und schmeckt in der Regel auch Kindern sehr gut. Denn der Kohlrabi ist mild, die Würze angenehm und das Gratin wird super-duper-cremig! 

Zutaten für 4-6 Portionen

Grundzutaten

  • 1100 Gramm Kohlrabi mit Blattgrün(!) | das entspricht etwa 5 Kohlrabiköpfen (ohne Blätter gewogen)
  • Meersalz
  • Wer mag: etwas Rucola- oder Senf-Kresse oder Rettichsprossen zum Garnieren

Für die Bechamelsoße | zum Gratinieren

  • 1 große Zwiebel | etwa 100 Gramm
  • 50 Gramm vegane Butter + etwas mehr zum Fetten der Auflaufform | zum Beispiel Alsan
  • 50 Gramm Haushaltsmehl | Weizen- oder Dinkelmehl
  • 600 ml Mandelmilch | oder eine andere Pflanzenmilch
  • 2 EL Hefeflocken
  • Salz
  • Weißer Pfeffer
  • Eine große Prise frisch aufgeriebene Muskatnuss
  • 1 EL Sojasoße (kann für eine sojafreie Variante einfach entfallen)
  • 2 EL Zitronensaft
  • Ein großes Bund Schnittlauch

Für das Kohlrabipesto | zum Würzen

  • 70 Gramm Kohlrabi-Blattgrün | Gewicht ohne die harten, langen Stiele
  • 50 Gramm Kürbiskerne
  • 25 Gramm geröstete Pinienkerne
  • Eine große Prise Salz
  • 3-4 EL Zitronensaft
  • 2 EL Hefeflocken
  • 12 EL Olivenöl

Tipp: Wer keine Kohlrabiknollen mit Blättern bekommt, kann das Kohlrabigrün-Pesto natürlich auch durch Bärlauchpesto, Basilikumpesto oder andere köstliche Pestos ersetzen.

Außerdem: eine klassische Auflaufform; Maße: 26 cm lang, 19 cm breit 5-6 cm hoch | man kann auch eine etwas kleinere Form benutzen.

Zubereitung (ca. 35-40 Minuten Zubereitung und 35 Minuten Backzeit)

Damit das Kohlrabi-Gratin besonders cremig wird, bereite ich es mit einer köstlichen Bechamelsoße zu. Diese mögen auch Kinder ganz besonders gerne!

Mit der Zubereitung der cremigen Bechamel beginnen. Dafür eine große oder zwei kleine Zwiebeln schälen und in feine Würfel schneiden. 600 ml Pflanzenmilch sowie 50 Gramm vegane Butter und 50 Gramm Haushaltsmehl bereit stellen. Schnittlauch waschen und in feine Röllchen schneiden. Es empfiehlt sich außerdem, einen Schneebesen zu verwenden, da die Bechamel sehr stark gerührt werden muss, damit sie nicht klumpt und schön sämig-fein ist.

Die vegane Butter in einem Topf erhitzen und schmelzen lassen. Dann die Zwiebelwürfel hinzu fügen und so lange in der Butter braten, bis die Zwiebelwürfel glasig werden und beginnen leicht Farbe anzunehmen. Dann das Mehl hinzufügen (das sogleich klumpt) und sofort unter Rühren nach und nach die Pflanzenmilch dazu gießen, bis sich Mehl und Pflanzenmilch wunderbar verbinden. Die Hitze ein klein wenig reduzieren. Fortwährend mit dem Schneebesen rühren, bis die gesamte Pflanzenmilch eingerührt ist. 2 EL Hefeflocken, Salz, weißen Pfeffer und viel Muskat hinzufügen. Die Bechamel von der heißen Platte nehmen, mit ein bisschen Sojasoße, Zitronensaft und Salz abschmecken und die Schnittlauchröllchen unterrühren. Es sollte eine leicht zähflüssige, schöne Bechamel entstanden sein, die man nun vorerst zur Seite stellen kann.

Ab jetzt etwa den Ofen vorheizen. Stellt ihn auf 220 Grad Ober- und Unterhitze.

Nun kann man das Pesto zubereiten. Dafür 25 Gramm Pinienkerne ohne Öl in einer kleinen Pfnanne goldbraun anrösten und bereit stellen. Die Blätter von den Kohlrabiköpfen brechen oder schneiden.

70 Gramm Blätter ohne die harten Stängelteile waschen und in einen Mixer bzw. den Mix-Behälter eines Stabmixers geben. Hinzu kommen 50 Gramm Kürbiskerne, die gerösteten Pinienkerne, eine ordentliche Prise Salz, 2 EL Hefeflocken, 3-4 EL Zitronensaft sowie etwa 12 EL Olivenöl.

Diese Zutaten zu einem gleichmäßigen Pesto mixen. Das fertige Pesto eventuell nochmals mit Salz und Zitronensaft abschmecken. Es sollte leicht flüssig sein. Gegebenenfalls noch etwas Olivenöl dazu geben. Es kann etwas flüssiger sein, als auf dem nachstehenden Foto zu sehen.

Nun die Auflaufform mit etwas veganer Butter einfetten. Die Kohlrabiköpfe schälen, halbieren und in feine Scheiben schneiden.

Die Bechamelsoße nochmals leicht erwärmen, damit sie schön dünnflüssig ist. Zwei-drei Schöpfer Bechamelsoße in der Auflaufform verteilen. Die Kohlrabischeiben darauf einschichten und nach jeder Schicht etwas Kohlrabi-Pesto hinzu fügen. So fortfahren bis alle Kohlrabischeiben eingeschichtet sind. Dann den geschichteten Kohlrabi nochmals etwas salzen.

Nun die restliche vegane Bechamelsoße und etwas Kohlrabi-Pesto auf dem Gratin verteilen.

Das Kohlrabi-Gratin nun 35-40 Minuten bei 220 Grad Ober- und Unterhitze in den Ofen geben. Das Gratin ist fertig, wenn es an den Rändern stark blubbert und die Oberfläche sichtlich Farbe angenommen hat. Achtung: die Backzeit kann je nach Ofenart und -alter variieren!

Guten Appetit – das Kohlrabi-Gratin ist ein Rezept für die ganze Familie und wird in der Regel auch von Kindern gerne gegessen.

Das Gratin mit weiteren Schnitttlauchröllchen bestreut und mit Rucola-Kresse oder Sprossen garniert servieren.

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24 Gedanken zu „Cremig-sahniges Kohlrabi-Gratin mit Schnittlauch

  1. AndiKaro

    Hallo Lea,

    ich habe gesehen, dass die ersten Kohlrabi im Garten gut sind. Da kommt mir dein Rezept gerade recht.
    Nun freue ich mich drauf. Deine Blog macht wirklich Lust zum vegetarischem Kochen.
    Ich liebe das Porridge (schreibt man das so) und mit dem Kohlrabi wird es nicht anders werden.

    Liebe Grüße
    Andi und Karo

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Ihr zwei,
      schön, dass Ihr auf Veggies nach neuen Inspirationen und Kochideen sucht. Ich freue mich immer sehr, wenn ich andere Menschen von veganem Essen begeistern kann. Ich hoffe, Ihr findet viele Gerichte, die Euch schmecken und es dann auch langfristig in Euren Alltag schaffen 🙂 Beste Grüße & lass von Euch hören, Lea

  2. Ursula

    Mh, lecker, lecker!
    Ich hatte die Hälfte des Rezepts gekocht und dann allein, dachte, ich könnte zwei Tage davon essen und hab es dann auf einmal verputzt – so gut hat es geschmeckt. Aber ich habe deutlich weniger Pesto verwendet als angegeben. Es eignet sich auch super als Brotaufstrich habe ich gemerkt 🙂
    Also kurz gefasst: Ein wirklich tolles Rezept!
    Werde ich auf jeden Fall noch mal kochen 🙂
    Liebe Grüße,
    Ursula

    1. Lea Beitragsautor

      Hi Ursula,
      freue mich, dass es Dir so gut geschmeckt hat!
      Ganz liebe Grüße
      Lea

  3. Elke

    Hallo liebe Lea,

    sehr, sehr lecker. Auch dieses Rezept hat mich wieder begeistert.
    Diese Béchamelsoße hab ich die Woche auch schon zu meinen veganen Maultaschen gegessen. Für die Füllung von den Maultaschen habe ich durch deine Black-Bean Tofu Burger inspirieren lassen.
    Auch die näxten Tage werde ich mich mit meinem Laptop an den Herd stellen und einige deiner super leckeren Rezepte nachkochen.
    Wie bereits erwähnt, finde ich deinen Blog Hammer. Immer wieder bewundere ich deine wunderschönen Fotos. Und die Rezepte sind sowieso erste Sahne.

    Sonnige Grüße aus der Pfalz
    Elke

  4. Esther_Kretzschmar

    Hallo Lea,

    also zu dem Rezept kann man nur nichts mehr hinzufügen, das ist einfach nur traumhaft Lecker, auch wenns den Kindern nicht so gut geschmeckt hat. So lecker hab ich lang nicht mehr gegessen. Schade finde ich mitlerweile auch das man jeden Tag nur ein Gericht kochen kann und dann kann man sich hier in deinem Blog gar nicht entscheiden, was man als erstes Essen soll kann darf…
    Danke für die tollen Rezepte.
    Ich mal noch sagen das ich sonst eigentlich nicht auf Internet Seiten schreibe und bei dir muss man einfach was hinterlassen. Und du nimmst dir die Zeit jeden einzelnen Komentar zu beantworten.
    Respekt
    Liebe Grüße Esther

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Esther,
      oh – das kann ich nur all zu gut verstehen. Ich hinterlasse auf Blogs auch viel weniger Kommentare und Nachrichten, als mir eigentlich dazu einfallen würden. Aber das stimmt natürlich, dass ich mit dem Beantworten der vielen netten Kommentare hier schon so einiges zu tun habe. Ich versuche, wirklich jeden Tag Antworten zu verfassen, weil sonst häuft sich das einfach zu stark 😉 Ich freue mich total, dass es Dir so gut geschmeckt hat und hoffe, dass Deine Kids bei anderen Rezepten von Veggies auch mal auf ihre Kosten kommen…. Jetzt kommt ja bald der Frühling und dann können wir auch endlich die Rettich-Kohl-Zeit ein wenig hinter uns lassen – wobei halt alles seine Zeit hat 🙂 Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf den Frühling und gaaaanz viele neue Rezepte, die ich mit Euch teilen möchte. Liebe Grüße & bis bald, yours Lea

  5. Ann-Kathrin

    Hallo liebe Lea,

    ich verfolge dein Blog schon länger und finde deine Rezepte wundervoll und ansprechend. Allerdings ist es mir schon mehrfach passiert, dass die Zeiten einfach anders waren, weil ich mich strikt an die von dir vorgegebene Reihenfolge gehalten habe und dann zwei Stunden in der Küche stand mit leerem Magen. Ich habe das inzwischen natürlich an mich angepasst, aber trotzdem die Frage: Gehst du wirklich in dieser Reihenfolge vor?

    Liebe Grüße
    Ann-Kathrin

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Ann-Kathrin,
      ich versuche die Rezepte immer so logisch und praktikabel wie möglich aufzuschreiben und setze die einzelnen Arbeitsschritte immer in eine Reihenfolge, wie sie möglichst optimal zur Zubereitung sind. Mit den Zeitangaben tue ich mir allerdings sehr schwer. Wie Du vielleicht gesehen hast, mache ich noch gar nicht so lange Zeitangaben. Ich habe lange Zeit komplett darauf verzichtet. Denn es ist einfach so, dass jeder in seiner ganz eigenen Geschwindigkeit mit ganz individuellem Erfahrungshorizont kocht. Da treffe ich nur schwer die „richtige Zeit“ — bitte betrachte die Zeitangaben daher als Richtwert, der Dir ein Gefühl dafür vermitteln soll, ob das Rezept eher schwierig, lang und komplex oder recht einfach und „schnell“ geht! Ich hoffe, alles klappt und Du hast Spaß dabei 😉 Ganz liebe Grüße Lea

  6. Kirschbiene

    Huhu Lea,
    das Rezept habe ich mir gerade ausgedruckt, ich konnte einfach nicht anders! Kohlrabi mag ich eigentlich nur roh, das war schon als Kind so. Und obwohl sie so supergesund sind und ich Kohlrabi gern häufiger essen würde, habe ich bisher noch kein Rezept für gekochte/gedämpfte/gratinierte/was auch immer Kohlrabi gefunden, das mir gefällt. Bis heute ;-). Das Gericht sieht so köstlich aus, dass ich Kohlrabi einfach mal wieder eine Chance geben muss :-).
    Liebe Grüße
    Kirschbiene

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Kirschbienchen 😉 na, hattest Du schon Zeit das Kohlrabi-Rezept auszuprobieren? Hoffe, es hat gemundet…freue mich sehr, dass Du mir so oft Nachrichten auf dem Blog hinterlässt – Du weißt ja, die Kommentare sind des Bloggers Lebenselixier 🙂 Bis bald, alles liebe Lea

  7. Lucie

    Liebe Lea, bin seit 1,5 Jahren Veganerin und ein großer Fan von deinem Blog. Es macht mir eine große Freude deine Rezepte durchzulesen und schon in Gedanken nachzukochen

    1. Lea Beitragsautor

      Liebe Lucie, das ist wunderschön zu hören und spornt mich natürlich an, weiterhin mein Bestes zu geben. Bin gerade wieder in der Küche und hoffe, dass ich heute noch ein tolles Rezept für den Blog fertig bekomme. Man weiß ja nie, ob alles so gelingt, wie man sich das vorgestellt hat… 🙂 Bis dann, liebe Grüße Lea

  8. Christina_Feuerer

    Soeben nachgekocht, danke für dieses tolle Rezept! Es schmeckt einfach himmlisch!!! Endlich kann ich Kohlrabi sinnvoll und lecker verkochen 🙂
    Deine Rezepte sind wirklich immer ein Genuss! Liebe Grüße aus Salzburg

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Christina, das freut ich zu hören 😉 Beste Grüße ins schöne Salzburg – die Lea

    1. Lea Beitragsautor

      Danke für Dein Feedback, Beate! Hoffe, Du findest auch noch viele weitere Rezepte auf Veggies, die Dir schmecken und Dich inspirieren 😉 Liebe Grüße Lea

  9. Becci

    Auf sowas wär‘ ich ja nie gekommen! Das sieht so verdammt lecker aus! Mal sehen, ob ich ein paar Kohlrabi mit Blättern ergattern kann! 🙂

    Liebe Grüße, Becci

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Becci, ja so kann man Kohlrabi mal richtig „aufmotzen“ – das Rezept schmeckt sehr schön sahnig-cremig, aber durch den Schnittlauch und das Pesto dennoch irgendwie „frisch“ und kräftig. Das mag ich gerne 😉 Hoffe, es schmeckt Dir auch so gut, alles Liebe Lea

  10. Anna

    Liebe Lea,

    Danke für das Rezept.
    Habe es eben nachgekocht und es hat uns phänomenal gut geschmeckt.
    Ich hatte eh nie Ideen was ich aus Kohlrabi machen könnte. Das Problem habe ich ab nun nicht mehr 🙂
    Anna

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Anna, vielen Dank für Deinen Bericht! Es ist mir natürlich immer sehr wichtig, Feedback zu meinen Rezepte zu bekommen – das ist für uns Blogger sozusagen „die Luft zum Atmen“ 🙂 Umso mehr freue ich mich, dass es Dir so gut geschmeckt hat. Ich hoffe, ich höre noch öfter von Dir. Alles Liebe ins schöne Österreich, die Lea

    1. Lea Beitragsautor

      Du bist ein Schatz – danke, für die lobenden Worte 😉 zuwink Lea