Herzhafter Berglinsen-Aufstrich mit Granatapfelkernen

Dieser sehr würzige Berlginsenaufstrich hat dank Räuchertofu eine tolle rustikale „Räuchernote“, die super mit den knackig-fruchtigen Granatapfelkernen kontrastiert. Die Kerne sind darüber hinaus reich an Kalzium, Kalium, Eisen und Vitamin C. Außerdem wird Granatapfel eine besonders starke antioxidative Wirkung zugesagt, die sogar höher sein soll als die von grünem Tee. Würzige, herzhafte und mitunter auch außergewöhnliche Pasten, Dips und Aufstriche sind ein ganz zentraler Bestandteil meiner vegetarisch-veganen Küche. Denn ich frühstücke an Wochenenden gerne ausgiebig und auch unter der Woche möchte ich nicht erst lange Kochen müssen, wenn ich zwischendurch mal eben Hunger habe. Dann bereite ich mir einfach schnell ein Brot mit einem der vielzähligen Aufstriche zu, die ich dafür im Kühlschrank habe. Die Aufstriche bleiben in Einweckgläsern zumeist 5-6 Tage gut. Aber so lange überlebt dieser Berglinsen-Aufstrich in meinem Kühlschrank erst gar nicht. Dafür ist er nämlich viel zu lecker.

Zutaten

  • 2 EL neutrales Pflanzenöl zum Anbraten der Zutaten
  • 1 kleine Zwiebel oder eine Scharlotte | ca. 50 Gramm
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 70 Gramm feine Berglinsen | zum Beispiel im Bioladen erhältlich
  • 50 Gramm Räuchertofu
  • 3 EL Sonnenblumenkerne
  • 4 EL Soja Cuisine oder Reis Cuisine | Vegetarier können auch Sahne verwenden
  • 1 Granatapfel
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 EL dunkler Balsamico-Essig
  • 1 TL Agavendicksaft
  • 300 ml Gemüsebrühe | man kann auch Instantbrühe verwenden
  • 1 Lorbeerblatt
  • Einige Blätter frische Petersilie
  • Frischer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Spritzer Worcestershire Sauce

Zubereitung

Zwiebel und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. 50 Gramm Räuchertofu abwiegen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden.

Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel- und Knoblauchwürfel im heißen Fett kurz glasig werden lassen. Die Räuchertofu-Würfel hinzugeben und alles zusammen anbraten bis ein deutlicher, angenehmer Räuchergeruch entsteht. Nach nur einer weiteren Minute die Linsen einrühren. Einen EL Tomatenmark sowie 1 TL Agavendicksaft unmittelbar dazu geben und die Zutaten darin kurz karamellisieren lassen. Mit einem Schuss dunklen Balsamico-Essig ablöschen. Mit 150 ml Gemüsebrühe aufgiessen.

Tipp: Wie man im ersten Absatz dieses Rezepts sieht, benutze ich dort ständig Wörter wie „kurz“, „schnell“ und „unmittelbar“. Hintergrund ist, dass der gesamte Vorgang wie eben beschrieben, nur etwa dreieinhalb Minuten insgesamt in Anspruch nimmt. Man sollte also ohne Hektik, aber zügig arbeiten, damit nichts anbrennt. Allerdings brate ich auch alles sehr heiß an. Sobald die Zutaten mit Essig und der Brühe abgelöscht sind, drehe ich die Temperatur von Stufe 9 auf 5 runter. Nun können die Zutaten nach dem scharfen Anbraten in Ruhe ziehen, köcheln und langsam gar werden.

1 Lorbeerblatt und etwas frische Petersilie zu den köchelnden Zutaten geben und ab jetzt ab und an umrühren. Nach etwa 5 Minuten wird die Flüssigkeit aufgesogen und ziemlich verdampft sein. Dann gieße ich nochmals 50 ml Brühe nach.

Weitere 10 Minuten später gieße ich die restlichen 100 ml Brühe hinzu und lasse die Linsen nochmals 15 Minuten weiter köcheln. Dann sollten sie gar sein (Bissprobe!). Immer mal wieder sachte durchrühren.

Während die Linsen auf dem Herd gar werden, habe ich Zeit 3 EL Sonnenblumenkerne anzurösten. Ich gebe die Kerne in eine Pfanne und röste sie etwa 4-5 Minuten ohne Fettzugabe an. Dabei wende ich sie häufig und gebe sehr stark Acht, dass die Kerne gut und gleichmässig Farbe annehmen, aber nicht verbrennen. Anschließend die gerösteten Sonnenblumenkerne zur weiteren Verwendung erst Mal zur Seite stellen.

Einen Granatapfel halbieren, die Hälften mit der Hand nach außen hin aufbiegen und die Kerne vorsichtig herauslösen. Granatapfelkerne zur weiteren Verarbeitung bereit stellen.

Tipp: Ich benutze bei der Bearbeitung von Granatäpfeln Einweghandschuhe. Man bekommt die rote Farbe des Granatapfelsaftes zwar ganz gut von den Händen runter, aber das Rot bleibt recht hartnäckig und unschön unter Fingernägeln und am Nagelbettrand haften. Vorsicht: Die hellen Häute, welche die Kerne umgeben, vollständig entfernen, da sie sehr bitter sind. Und da eine Frucht sehr viel mehr Kerne enthält, als für dieses Rezept notwendig sind, bewahre ich die restlichen Kerne in einem Einweckglas im Kühlschrank auf. Ich verbrauche sie für Salate, Tempeh-Rezepte, Bulgur- und Couscous-Gerichte, sowie für Müslis oder Süßspeisen anschließend innerhalb von 3-4 Tagen.

Fertig gekochte Linsen vom Herd nehmen. Das Lorbeerblatt entfernen, 4 EL Soja Cuisine und, bis auf einen kleinen Rest, alle angebratenen Sonnenblumenkerne hinzufügen. Viel frischen Pfeffer aus der Mühle drüber streuen und, wenn vorhanden, einen Spritzer Worcestershire Sauce hinzugeben. Alles zusammen mit einem Schneidstab (oder in einem Mixer) zur fertigen Linsenpaste verarbeiten. Die Paste sollte schön fluffig-cremig sein. Einige Granatapfelkerne mit einem Löffel in die Masse einarbeiten.

Die Berglinsenpaste mit etwas frischer Petersilie, sowie den restlichen Sonnenblumen- und einigen Granatapfelkernen bestreut servieren.

Tipp: Wer keine Granatapfelkerne hat oder erhält, kann als Variation auch getrocknete Cranberries verwenden.

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5 Gedanken zu „Herzhafter Berglinsen-Aufstrich mit Granatapfelkernen

  1. Ursula

    Liebe Lea,

    auch die letzte Woche habe ich auch wieder viel Freude beim fleißigen Nachkochen deiner Gerichte gehabt 🙂
    Bisher habe ich nicht die Zeit gefunden, dir mein Feedback dazu zu geben, das wird aber jetzt eiligst nachgeholt. Ich hoffe, ich überflute dich jetzt nicht mit Antworten.

    Auf jeden Fall war auch dieser Aufstrich mit dabei. Schon vor dem Pürieren fand ich den Pfanneninhalt sehr lecker und könnte mir auch vorstellen dies mit Gemüse und vielleicht noch Kartoffeln oder so als ein Hauptgericht zu verwenden. Aber hier ging es ja um den Aufstrich und was soll ich sagen, yammi, yammi!
    Ich plane ihn jetzt schon nächsten Woche in doppelter Menge herzustellen :)) Der ist ja sowas von lecker.
    Dieser Geschmack- eine tolle Kombination. Nochmal eine ganz andere Geschmacksrichtung.

    Tolles Rezept, wandert sofort in mein Kochbuch 🙂

    Ich bin übrigens auch schon auf dein Kochbuch gespannt, die Bilder sehen ja schon verlockend aus. Glatt könnte ich mir überlegen doch noch mal ein Kochbuch zu kaufen, obwohl ich noch genügend habe, aus denen ich kaum gekocht habe. Dein Blog macht denen gerade große Konkurrenz 😉

    Ein wundervolles Wochenende wünsche ich dir. Habe schon wieder ein paar deiner Rezepte für heut und morgen auf der Liste.

    Ursula

  2. Kati

    Klingt lecker!
    Gibt’s denn auch vegane Worcester-Sauce?
    Denn in der originalen sind Sardellen, oder?!

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo liebe Kati, super, dass Du mich darauf aufmerksam machst!! Vielen Dank! Ich bin natürlich erschrocken und gleich Mal in die Küche gespurtet, um nachzusehen. Meine Worcestersauce ist nicht die Original, sondern die von der Firma Appel. Es sind keine Sardellen drin. Aber meine Recherchen haben ergeben, dass Du natürlich völlig Recht hast und in der Original-Worcestershire-Sauce tatsächlich Sardellen (??? man fasst es nicht) drin sind. Was für eine eigenartige Idee? Schmecken Sardellen nicht ohnehin mehr oder weniger nur salzig-ölig? Wie dem auch sei – also alle bitte genau aufpassen, welche Worcestersauce ihr nehmt! Danke & liebe Grüße Lea

  3. Anja

    Hallo Lea!

    Mal wieder ein Gedicht :-). So richtig schön herzhaft und trotzdem fruchtig. Funktioniert auch super mit roten Linsen und ohne Granatapfel… Könnt‘ mich reinsetzen 😀

    Komm gut ins neue Jahr
    Viele Grüße
    Anja

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Anja,
      super, das wird ausprobiert! Habe gerade ein paar Tage frei und bin ohnehin gerade an der Rezeptplanung für die kommenden Wochen… Du hörst also bald wieder hier auf dem Blog und natürlich auch über Facebook von mir. Guten Rutsch! Deine Lea