Kokos-Daal mit Aprikosenreis

Wenn Basmati-Duft unsere Wohnung erfüllt, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich gerade wieder Daal koche. Das ursprünglich indische Gericht (auch Dal oder Dhal geschrieben) besteht im Kern aus Linsen, aber es gibt vielzählige Variationen mit anderen Hülsenfrüchten und verschiedenen Gemüsesorten. Heute koche ich das Daal ganz klassisch mit etwas Paprika, Frühlingszwiebeln, Kartoffeln und Kokosmilch. Und da gerade die herrlich süßen Aprikosen Saison haben, gibt es dazu duftenden Basmati-Aprikosenreis. 

Zutaten für 4 Portionen

Für das Daal

Einige der Hauptzutaten für das Daal Chilischote

  • Etwas neutrales Pflanzenöl zum Anbraten
  • 1 (rote) Zwiebel | ca. 80 Gramm
  • 1 Knoblauchzehe
  • Eine halbe Chilischote | Menge ganz nach individuellem Schärfe-Empfinden dosieren!
  • 150 Gramm rote Linsen
  • 2 Kartoffeln | (vorwiegend) festkochend | ca. 250 Gramm
  • Eine halbe rote Paprika
  • Ein halbes Bund Frühlingszwiebeln | entspricht etwa 4 Stück, aber ich nutze davon vorwiegend die hellere Seite
  • 250 ml Gemüsebrühe | man kann auch Instantbrühe verwenden
  • 200 ml Kokosmilch
  • 1 Stück frischen Ingwer | ca. 15-20 Gramm | ich empfehle eine professionelle Ingwerreibe aus dem Asialaden, um Ingwer optimal zu verarbeiten
  • 3 Loorbeerblätter
  • 1 EL Agavendicksaft
  • 0,5 TL Salz | ganz nach individuellem Geschmack auch mehr – das kommt darauf an, wie salzig bereits die verwendete Gemüsebrühe ist
  • 0,5 TL Kurkuma | auch Gelbwurz genannt; kann auch weg gelassen werden – ich nutze das Gewürz vor allem wegen der schönen gelben Farbe, die es dem Gericht verleiht
  • 0,5 TL Garam Masala
  • 0,5 TL Cumin | auch Kreuzkümmel genannt
  • 2 EL Kokosraspel | gibt es zumeist in der Backwarenecke im Supermarkt
  • Wer mag: grobe große Kokosflocken und Sprossen zum Garnieren

Für den Aprikosenreis

Die Aprikosen-Saiso beginnt im Juli Aprikosen

  • 140 Gramm Basmatireis
  • 400 ml Wasser
  • 300 Gramm Aprikosen | ich habe für dieses Gericht kleine, türkische Zuckeraprikosen ausgewählt
  • 1 EL Agavendicksaft
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

Mit der Zubereitung des Daal beginnen. Dafür zuerst alle Zutaten entsprechend klein schnippeln: Schalen von Zwiebel und Knoblauchzehe entfernen und Beides in feine Würfel schneiden. Zwei Kartoffel schälen und ebenfalls in recht kleine, mundgerechte Stücke schneiden. Paprika waschen und die Kerne und Gehäusehäute einer Hälfte entfernen. Die Paprikahälfte in Würfel schneiden. Eine halbe rote Chilischote klein hacken. Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden (ich nutze Frühlingszwiebel von der hellgrünen Wurzel her zumeist nur zu zwei Drittel). 150 Gramm rote Linsen abwiegen.

Tipp: Es können auch andere Linsensorten verwendet werden, aber Achtung, dann ändert sich eventuell auch die Kochzeit. Manche Linsen müssen auch über Nacht eingeweicht werden. Mit Berglinsen schmeckt Daal zum Beispiel auch sehr gut, wenn auch etwas anders – nussiger, rustikaler.

Öl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebel- und Knoblauchwürfel im heißen Fett glasig werden lassen. Linsen, Kartoffel- und Paprikastücke hinzugeben und alles miteinander vermischen. Das Ganze kurz für etwa 2 Minuten anrösten lassen. 1 EL Agavendicksaft hinzugeben und die Zutaten darin eine weitere Minute karamellisieren lassen. Dabei etwas rühren, damit nichts anbrennt.

Die angebratenen Zutaten mit 250 ml Brühe ablöschen und die Hitze etwas reduzieren. Meine Herdplatte stelle ich nun von 9 auf 5, aber das ist sicherlich je nach Herd unterschiedlich (am liebsten koche ich ohnehin auf Gas, aber leider habe ich zur Zeit keinen Gasherd mehr).

3 Lorbeerblätter in den Topf geben und etwas unterheben. Alle Zutaten 3 Minuten köcheln lassen, bis die Brühe zum größten Teil aufgesogen, bzw. Flüssigkeit verdampft ist. Dann die Chilistückchen und die Frühlingszwiebelringe untermengen. Alles mit 200 ml Kokosmilch aufgießen und weiter köcheln lassen. Während dessen eine Ingwerstück schälen, Ingwer reiben und hinzugeben. Ab und an ein wenig umrühren.

Tipp: Je nachdem, wie stark die Flüssigkeit verdunstet, gebe ich noch etwas Wasser hinzu. Insgesamt so ca. 50 ml. Das kann ganz individuell gehandhabt werden, je nachdem wie flüssig man das Daal zum Schluss haben möchte. Manche mögen es gerne eher wie eine „Suppe“ und sollten etwas mehr Wasser oder noch etwas Brühe hinzugießen. Ich hingegen bevorzuge das Daal etwas weniger flüssig. Bitte individuell handhaben.

Jetzt das Daal gut mit etwas Salz, Garam Masala und Cumin würzen. Für eine satte, gelbe Farbe etwas Kurkuma (Gelbwurz) hinzugeben. 2 EL Kokosraspel unterheben. Die Herdplatte kann nach weiteren 3-4 Minuten ganz ausgeschaltet werden. Das Daal bei geschlossenem Deckel noch etwas ziehen lassen. Ich nehme dafür aber den Topf von der noch heißen Platte.

Dafür erhitze ich nun 400 ml Wasser. Wenn das Wasser kocht, den Basmatireis einrieseln lassen. Das Ganze ca. 10 Minuten kochen. Dann den Reis bei geschlossenem Deckel weitere 5-10 Minuten quellen lassen.

Während dessen die Aprikosen waschen, entsteinen und in kleine Würfel schneiden. 2 Aprikosen davon vierteln und die Stücke als Deko für später zur Seite stellen. Die restlichen Aprikosenstücke in einem kleinen Topf ohne Öl, dafür mit 2 EL Wasser zum Kochen bringen. 1 EL Agavendicksaft zu den Aprikostenstücken geben, Prise Salz dazu und alles etwa 5 Minuten leicht köcheln lassen, bis die Aprikostenstücke weich, aber nicht matschig sind. Einfach zwischendurch probieren!

Die Aprikosenstücke im Anschluss darin mitsamt der Flüssigkeit aus dem Topf mit einem großen Löffel unter es Basmatireis heben. Das Daal nochmals kurz erhitzen, die Lorbeerblätter entfernen und dann alles zusammen servieren. Ich nutze hierfür große runde Teller – je nachdem wie flüssig man das Daal serviert, auch große Suppenteller – gebe das Daal in die Mitte und den Aprikosenreis außenrum. Ich garniere das Daal mit Sprossen, einigen großen, gerösteten Kokosflocken und Aprikosenvierteln.

Tipp: Wer mag kann das Daal auch ganz klassisch, mit einem Klacks (Soja)joghurt servieren, wie es in Indien üblich ist.

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7 Gedanken zu „Kokos-Daal mit Aprikosenreis

  1. lothar

    erneut wieder mit viel sorgfalt dargestellt und im text steckt viel hingabe zum kochen. toll.

  2. Ina

    Hi Lea,
    hab grad das erste mal Daal gekocht und mal wieder ein Geschmackserlebis erlebt

  3. Ina

    Hi Lea,
    hab grad das erste mal Daal gekocht und mal wieder ein Geschmackserlebis erlebt

  4. Paulina

    Hallo Lea, super lecker, tolle Balance zwischen der leichten Säure der Aprikosen und der Schärfe des Daals (wobei unser gar nicht so scharf geworden ist, sonst hätte meine 2,5-jährige Tochter es nicht gegessen „Mama, zu scharf!!“). Falls du es noch nicht kennst: man bekommt auch auch Kokos-Daal-Linsen (z.B. von Fa. Davert). Sie sind bereit mit Kokosraspel vermischt.
    Viele Grüße und weiter so!

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Paulina, danke für Deine Nachricht. Ja, jetzt ist ja wieder genau die richtige Zeit für Aprikosen und dieses köstliche Daal. Die Kokos-Daal-Linsen von davert sind klasse, die hatte ich auch schon gekauft. Überhaupt hat Davert ja tolle Produkte im Angebot…gibt’s bei uns im Bioladen 🙂 Hoffe, Du und Deine Tochter, Ihr Beiden findet noch viele Rezepte auf Veggies, die Euch schmecken. Bin immer offen für Ideen & Anregungen, alles Liebe Lea

  5. Ursula

    Hey Lea,
    als ich das Rezept Anfang September nachkochen wollte, gab es von der einen auf die andere Woche plötzlich keine Aprikosen mehr. Also musste ich umdisponieren und es gab dann halt Kokosdaal mit Apfelreis 🙂
    Eine wahrlich leckere Sache, die ich nächstes Jahr dann mal mit Aprikosenreis ausprobieren werde 🙂
    LG,
    Ursula

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