Köstlich Rhabarber-Ingwer-Fruchtstücke

Endlich geht die Rhabarber-Saison wieder los! Wie sieht es bei Euch aus – seid Ihr auch Rhabarber-Fans? Oder könnt Ihr mit dem fruchtig-roten Gemüse eher wenig anfangen? Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich Rhabarber als Kind ziemlich eigenartig fand. Hinter unserem Haus, gleich neben dem Kompost, wuchsen mehrere Rhabarberstauden, die meine Großmutter damals zu Kuchen, Kompott und Marmelade verarbeitete. Dieses wuchernde Kraut mit den großen grünen Blättern war mir als Kind irgendwie unheimlich. Und damit bin ich nicht alleine. Über Jahrhunderte hinweg verarbeiteten Menschen in Asien die Wurzeln des Rhabarbers zu Medizin, die Stängel wurden hingegen gar nicht beachtet und meist weggeworfen. Rhabarber stammt ursprünglich aus der Himalaya-Region und kam erst im Laufe des 18. Jahrhunderts über Russland zu uns. Ein Glück kann ich da nur sagen! Denn heute wundert mich bei Rhabarber nur noch eins: wie konnte ich die fruchtig-säuerlich-süßen Stangen als Kind nicht mögen? Aber jetzt gibt es für Euch leckere Rhababer-Ingwer-Fruchtschnitten, die ganz einfach zu machen sind. Probiert es bald aus – die Rhabarber-Saison ist kurz und geht nur bis Ende Juni!

Zutaten für 15 Stück | entspricht einer Backform mit 26×20 cm Größe

Für die Füllung

  • 350 Gramm Rhabarber
  • 20-25 Gramm Ingwer
  • 2 EL Zitronensaft
  • 50 Gramm Rohrzucker
  • Wer es süß mag: zusätzlich 1-2 EL Agavendicksaft
  • 2-3 EL Saft von eingelegter Roter Bete | für eine schöne Färbung
  • 150 ml Orangensaft | entspricht ca. dem Saft von 1 Orange
  • 2 EL feine Speisestärke

Für den Teig

  • 120 Gramm feine Haferflocken
  • 200 Gramm Dinkelmehl Typ 630
  • 80 Gramm Rohrzucker
  • 130 Gramm vegane Butter | ich benutze Alsan
  • 2 EL Zimt
  • Eine große Prise Salz
  • 25 Gramm geschälte, ungesalzene Pistazien

Zubereitung (ca. 25 Minuten Zubereitungszeit + 35-40 Minuten Backzeit)

Für die Füllung die Rhabarber-Stangen waschen und klein schneiden.

Den klein geschnittenen Rhabarber mit 50 Gramm Rohrzucker und 2 EL Zitronensaft in einen Topf geben und erhitzen. Ein Stück Ingwer schälen und mit Hilfe einer Igwer-Reibe Saft und Fruchtfleisch der Knolle zum köchelnden Rhabarber geben.

Ich benutze diese Ingwerreibe der Firma Arche.

Tipp: Ich verwende diese Ingwerreibe von Arche, die ich vor langer Zeit schon im Biomarkt gekauft habe. Ich kann allen, die oft und gerne Ingwer verwenden, eine solche Reibe nur wärmstens empfehlen. So kann man Ingwer optimal in Speisen verwenden, denn die harten Fasern bleiben auf der Reibe zurück, während Saft und Fruchtfleisch davon in den Topf fallen. Super Sache und extrem leicht zu reinigen: einfach kurz unter fließendes Wasser halten. Fertig!

Rhabarber ab und zu umrühren. Nach fünf Minuten Kochzeit 2-3 EL Saft von eingelegter Roter Bete untermischen. Eine Orange auspressen und 2 EL Speisestärke im Orangensaft auflösen. Orangensaft in den Rhabarber einrühren und nochmals 3-4 Minuten köcheln lassen.

Tipp: Die Speisestärke nicht direkt in die köchelnde Soße einrühren. Denn dann klumpt sie! Daher löse ich die Speisestärke zuerst in Orangensaft auf und gebe sie aufgelöst in das köchelnde Fruchtpüree.

Wer mag, süßt den Rhabarber mit Agavendicksaft ein wenig nach. Der Rhabarber sollte nach insgesamt 10 Minuten Kochzeit eine feine cremige, leicht angedickte Masse sein. Ein Schneidstab wird nicht benötigt. Die entstandene Rhabarber-Marmelade zur Seite stellen und abkühlen lassen.

Tipp: Wer mag, kann den eingekochten Rhabarber in Einweckgläser abfüllen und in dieser Form auch als Marmelade essen. Die Rhabarber-Marmelade schmeckt fantastisch fruchtig-frisch! Die Masse ergibt ca. 2 mittlere Einweckgläser.

In einer Schüssel Haferflocken mit Dinkelmehl, Rohrzucker, einer Prise Salz und Zimt vermischen. Vegane Butter kalt in kleine Stückchen schneiden und dazu geben. Mit den Händen so lange kneten, bis alle Zutaten gut vermischt sind und eine krümelige Teigmasse entstanden ist.

Ofen auf 190 Grad Umluft vorheizen. Eine mittlere Auflaufform mit Backpapier auslegen. Meine Auflaufform hat die Maße 26x20cm.

3/4 der bröseligen Teigmasse in die mit Backpapier ausgelegte Form geben, mit den Händen gut andrücken, einen leichten Rand bilden und einen festen Teigboden formen.

Die angedickte Rhabarber-Fruchtcreme mit einem Löffel gleichmäßig auf den Boden auftragen.

Nun die Pistazien mit einem stabilen Masser grob hacken. Den restlichen Bröselteig über die Rhabarberschicht verteilen. Gehackte Pistazien darüber geben. Die oberste Schicht mit flacher Hand leicht andrücken.

Tipp: Ihr müsst nicht die Rhabarbermasse in der Mitte komplett mit Teigbröseln und Pistazien belegen, wie oben auf dem Foto zu sehen. Es sieht auch toll aus, wenn immer wieder etwas Rhabarber-Füllung zum Vorschein kommt.

Die Auflauffom mit dem Rhabarber-Krümelkuchen bei 190 Grad Umluft für  30-40 Minuten in den Ofen geben, bis die oberste Schicht Farbe annimmt.

Den Rhabarber-Kuchen aus dem Ofen nehmen und mindestens 2-3 Stunden abkühlen und setzen lassen. Anschließend mit einem scharfen, stabilen Messer einzelne Rhabarber-Ingwer-Fruchtstücke abschneiden und genießen.

Tipp: Wenn Ihr den Kuchen zu schnell anschneidet, zerbröselt er noch recht stark und die Füllung läuft heraus. Gebt dem Gebäck Zeit sich zu setzen (!) und etwas durchzuziehen. Optimal ist es sogar, den Kuchen eine Nacht in den Kühlschrank zu geben und erst am Tag darauf aufzuschneiden. Dann die Fruchtstücke nach Belieben einfach nochmals 10 Minuten im Backofen erwärmen und servieren.

Lasst Euch den Frühling schmecken!

Rezepte, die ebenfalls interessant sein könnten

12 Gedanken zu „Köstlich Rhabarber-Ingwer-Fruchtstücke

  1. Alexandra

    hallo lea!
    Deine fruchtstücke sehen super aus! Wie lange halten die sich??? Lg

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Alexandra,
      die Haltbarkeit entspricht der von allen gängigen Obstkuchen: im Kühlschrank ein-zwei Tage. Dann wir der Kuchen ein bisserl matschig. Aber Du kannst ihn jederzeit ja nochmal für 10 Minuten in den Ofen geben, dann ist er wieder wie neu. Die Fruchtstücke lassen sich auch prima einfrieren 🙂
      Liebste Grüße Lea

  2. Caro

    Hmm, das sieht ja lecker aus, wir haben noch Rhabarber zu Hause.
    Ich bin echt am überlegen, ob ich es sofort nach backen soll. 🙂
    Liebe Grüße, Caro

    1. Lea Beitragsautor

      Hi Caro, na dann nichts wie ran, würde ich sagen. Das Rezept ist nicht besonders zeitaufwendig 🙂 ganz liebe Grüße Lea

  3. Ursula

    Liebe Lea,

    leider bin ich grad was krank, habe gestern die meiste Zeit im Bett gelegen, aber ansonsten habe ich es mir nicht nehmen lassen, mich auf Rezeptausprobiertour zu gehen. Gebacken und gekocht wurde trotzdem – so auch die Fruchtstückchen.
    Wie du geschrieben hast, habe ich den Kuchen dann über Nacht sich setzen lassen und heute morgen probiert. Ganz lecker, aber der Boden ist nun schon nicht mehr so knusprig wie gestern.
    Da haben meine Mutter und meine kleine Schwester abends schon probiert. Für zweitere war das leider nichts, der Ingwer war ihr deutlich zu stark. Meiner Mutter hat er besser geschmeckt. Allerdings meinte sie, käme der Rharbarbergeschmack nicht so durch.
    Ich fand es lecker, war skeptisch wegen dem Ingwer, weil ich nicht so der Riesenfan bin. Aber ich kann den Kuchen gut essen, ist allerdings auch kein Rezept, dass ich wiederholen würde (dafür bietet dein Blog zu viele andere Möglichkeiten 😉 ).

    Für alle, die keinen Zucker verwenden möchten:
    Ich habe sowohl beim Rharbarber als auch im Teig Agavendicksaft verwendet und das hat gut geklappt. Habe in den Teig ein bisschen weniger getan, da der ja eine höhere Süßkraft hat und da der flüssiger ist noch eine Hand Haferflocken mehr. Da ich ein wenig mehr Rharbarber hatte, habe ich dort die gleiche Menge Agavendicksaft wie Zucker angegeben war hinein getan.
    Leider hatten wir auch nur gesalzene Pistazien und da ich mit leichtem Fieber keine Lust mehr hatte einkaufen zu gehen, habe ich die verwendet und die Salzkruste versucht ein wenig abzumachen. Das beeinträchtigt den Geschmack aber nicht. Also, wenn ich keine ungesalzenen Pistazien im Haus habt, geht auch so. Ansonsten passen sicher auch andere Nüsse gut dazu. Ich könnte mir geröstete Mandeln gut dazu vorstellen.

    Nacher gibt es die zweite Runde des Kuchens, ich freu mich schon drauf. Aber vorher koch ich noch ein anderes Gericht von deinem Blog 🙂

    Liebe Grüße,
    Ursula

    1. Lea Beitragsautor

      Liebe Ursula,
      vielen Dank für Dein ausführliches Feedback und den Tipp zur Zuckerreduktion 😉

      1. Ursula

        Liebe Lea,
        ein wundervolles Phänomen:
        Nachdem ich gestern Morgen von diesen Fruchtstücken gekostet hatte, kam mein Feedback. Gestern Abend aß ich ein weiteres Stück, da war ich schon mehr an den Geschmack gewöhnt und fand es schon besser.
        Und als ich heute Morgen das nächste Mal davon naschte, wusste ich nicht mehr, warum ich ihn nicht von Anfang an so wahrgenommen habe, wie du ihn beschriebst: köstlich!
        Nach einem weiteren Stück heute Mittag, kann ich dies nur noch bekräftigen. Es sind wirklich Köstliche Fruchtstückchen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich das Rezept wiederhole, hat sich doch deutlich erhöht.

        Also an alle: Wenn ihr beim ersten Kosten nicht direkt dem Geschmack erlegen seid, probiert es erneut und lasst den Kuchen ggf. noch einen Tag durchziehen. Ich kann nämlich nicht sagen, ob es mein Geschmack gewesen ist, der sich daran gewöhnt hat oder ob der Kuchen durch die zusätzliche Lagerzeit seinen Geschmack noch entfaltet hat. 🙂

  4. Carina

    Liebe Lea,
    da deine Rhabarber-Ingwer-Fruchtstücke so köstlich aussehen und ich nicht auf meinen Rhabarber im Garten warten wollte, habe ich rote Johannisbeeren genommen, die ich noch im Gefrierschrank hatte.
    Ich habe alles so zubereitet wie du geschrieben hast, nur die Johannisbeeren habe ich mit dem Mixstab gemust und den Rote Bete Saft weggelassen. Schön rot war die Masse ja durch die Johannisbeeren selbst.
    Etwas stutzig hat mich die Zimt-Menge gemacht, aber ich habe mich an deine 2 El gehalten.
    Die Rote-Johannisbeer-Ingwer-Schnitten waren super lecker und ganz schnell „weggenossen“ :o)
    Und die nächsten Schnitten werde ich dann mit meinen Garten-Rhabarber backen, dem ich täglich gut zurede zu wachsen ;o)
    Danke für das tolle und schnelle Rezept.
    Liebe Grüße
    Carina

  5. entdeckerin

    Boah, ich muss ja echt mal sagen, dass mir jedesmal das Wasser im Mund zusammenläuft wenn ich deine Rezepte lese. Bin eigentlich nicht so der Süß-Fan aber ich liebe Rhabarber und der Kuchen sieht einfach soo lecker aus, den muss ich unbedingt mal für meine Kollegen, die kleinen Leckermäuler backen. Finde es toll, wie du aus relativ wenigen, einfachen Zutaten immer wieder die raffiniertesten Dinge zauberst, weiter so! 😀

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Du Entdeckerin 🙂
      Was für ein tolles Kompliment, vielen herzlichen Dank! Ich hoffe, Du kannst auch noch auf Veggies viel Leckeres für Dich entdecken. Alles Liebe, Lea

  6. Steph

    Ich als großer Ingwer- und Rhabarber-Fan liebe diese Köstlichkeit hier, aber finde es so schade, dass es nicht auch in Deinem Buch enthalten ist. Ich freue mich schon auf das zweite Buch! 🙂

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Steph,
      ich freue mich, dass Dir das Rezept so gut gefällt.
      Herzlichst Lea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.