Rosenkohl-Risotto mit gerösteten Haselnüssen & Trüffelöl

Je länger ich mich intensiv mit der Zubereitung von Kohlgemüse beschäftige, umso mehr glaube ich, dass man mit dem richtigen Rezept und einer geschickten Kombination von Gewürzen und weiteren Zutaten, noch viel mehr Menschen von diesem gesunden Wintergemüse überzeugen kann. Rosenkohl zum Beispiel kann fantastisch schmecken und ich möchte Euch heute mit diesem Rezept ein Mal mehr zeigen, wie. Denn Rosenkohl ist, ganz anders als sein Ruf, ein zartes Gemüse mit einem wunderbar feinen Aroma. Doch leider wird Rosenkohl, wie so viele andere Kohlarten auch, oft in Wasser verkocht, so dass er nicht mehr knackig ist und nur ein dumpf-kohlig Geschmack zurück bleibt. Dabei schmeckt Rosenkohl leicht nussig und wenig kohlig. Durch die Haselnüsse in diesem Rezept wird dieses Aroma besonders betont. Blumenkohl ist ein klassisches Herbst-Wintergemüse, das Frost mag. Das passt, denn uns Menschen hilft er mit einem sehr hohen Vitamin-C-Gehalt gerade in der kalten Jahreszeit, die Abwehrkräfte zu stärken. Darüber hinaus wirkt Rosenkohl nervenberuhigend und entschlackend. Also lasst Euch überzeugen und genießt mit diesem Rezept die schönen Seiten der dunklen Jahreszeit.

Zutaten für 2-3 Portionen

  • 6 EL Olivenöl
  • 2 Schalotten oder kleine Zwiebeln | ca. 100 Gramm
  • 1 Knoblauchzehe
  • 400 Gramm Rosenkohl
  • 200-230 Gramm Petersilienwurzeln | entspricht etwa 2-3 Stück
  • 250 Gramm Risotto-Reis
  • Pro Portion 15-20 Gramm Haselnüsse
  • 1-2 EL Zitronensaft
  • 750-800 ml Gemüsebrühe
  • Wer mag: ein Schuss Weißwein | kann durch 50 ml Brühe ersetzt werden
  • Meersalz
  • Grober, schwarzer Pfeffer
  • Weißer Pfeffer
  • 0,5 TL Kümmel gemahlen
  • 0,5 TL Paprikapulver süß
  • 1 EL Agavenicksaft
  • 1 EL vegane Butter | ich benutze Alsan
  • 2 EL Hefeflocken
  • Etwas frisch aufgeriebene Muskatnuss
  • Etwas Trüffelöl zum Beträufeln des Risottos

Zubereitung

Machen wir uns zunächst an das Rösten der herrlich knusprigen Haselnüsse.

Die Haselnüsse vorsichtig mit einem stabilen Messer grob hacken und in einer Pfanne ohne oder mit nur wenigen Tropfen Öl anrösten, bis sie beginnen zu duften und leicht braun werden. Immer wieder durchschwenken, damit sie nicht anbrennen. Die gerösteten Haselnuss-Stückchen nach wenigen Minuten zur Seite stellen.

Dann die restlichen Zutaten für das Risotto vorbereiten. Schalotten und eine kleine Knoblauchzehe abziehen und fein aufschneiden. Die Petersilienwurzeln gut waschen, die Enden abschneiden und die Petersilienwurzeln erst in feine Scheiben und dann in Würfel schneiden, die etwa Reiskorn-groß sind, bzw. ein klein wenig größer. Gemüsebrühe bereit stellen.

Dann den Rosenkohl vorbereiten.

Den Rosenkohl gut waschen, den Strunk stark einkürzen und die äußeren Blätter der Kohlröschen lösen. Dunkle, fleckige Blätter entfernen, die restlichen Blätter bereit stellen. Den Strunk dann nochmals etwas weiter wegschneiden, damit man noch mehr Blätter ablösen kann. Den etwas kompakteren, inneren Kern der Kohlröschen fein aufschneiden. Das sollte zum Schluss in etwa so aussehen, wie auf den nachfolgenden Fotos.

Tipp: Oft sitzt etwas Erde und Sand auch noch in den inneren Blattschichten fest. Daher die Kohlröschen gut waschen und mitunter auch nochmal einzelne Schichten mit Wasser abbrausen, damit kein Sand oder Schmutz ins Essen gerät.

Zwei Drittel des aufgeschnittenen, entblätterten Rosenkohls werden nachfolgend mariniert und im Ofen gegart. Ein Drittel des Rosenkohls wird mit dem Risotto-Reis angebraten. Aus 3 EL Olivenöl, etwas Meersalz, schwarzem Pfeffer, einem EL Agavendicksaft, einem halben TL gemahlenem Kümmel und einem halben TL Paprikapulver süß eine Marinade anrühren und zwei Drittel des Rosenkohls damit vermengen. Den marinierten Rosenkohl auf einem mit Backpapier belegten Blech ausbreiten und den Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.

Bevor der Rosenkohl in den Ofen kommt, wird das Risotto angesetzt. Dafür 2 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen. Die Schalotten- und Knoblauchwürfel darin anschwitzen. Kurz danach die Petersilienwurzelstückchen und das restliche Drittel Rosenkohl hinzu geben und alles zusammen 2-3 Minuten anbraten. Dabei immer wieder durchrühren.

Zum Schluss den Reis hinzu geben, untermengen und mit Weißwein oder Brühe ablöschen, bevor der Reis am Topfboden hängen bleibt. Die Hitze vom Herd etwas reduzieren, den Weißwein leicht verdampfen lassen und etwa 250 ml Brühe einrühren. Immer wieder umrühren und zusehen, dass das Risotto nicht am Topfboden anhängt. Nach etwa 7 Minuten Kochzeit einen großen EL Alsan in das Risotto einrühren, damit es schön cremig wird. Immer wieder portionsweise Brühe nachgießen, wenn de Flüssigkeit aufgesogen wurde und etwas verdampft ist. Nach etwa 12 Minuten Kochzeit 2 EL Hefeflocken in das Risotto einrühren und weiter köcheln lassen. Das Risotto braucht in etwa 17 Minuten, bis es fertig ist.

Kurz vor Ende der Risotto-Kochzeit den Rosenkohl auf dem Backblech für 5-7 Minuten bei 180 Grad Umluft in den Ofen geben. Achtung: die Blätter verbrennen schnell. Wenn sie anfangen braun zu werden, sollte man sie zügig aus dem Ofen nehmen. Zum Schluss sehen sind sie ein klein wenig kross und sehen in etwa so aus:

Wenn die gesamte Flüssigkeit vom Risotto aufgesogen wurde und die Reiskörner gar sind, kann man das Gericht abschließend mit etwas frisch aufgeriebener Muskatnuss, noch etwas Meersalz, weißem Pfeffer und frischem Zitronensaft abschmecken.

Einen Teil der ofengegarten Rosenkohlblätter unter das Risotto mengen. Risotto auf vertieften Tellern anrichten. Den restlichen Ofen-Rosenkohl auf das Risotto setzen, mit den gerösteten Haselnuss-Stückchen bestreuen und das Risotto mit etwas Trüffel-Öl beträufelt heiß servieren.

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17 Gedanken zu „Rosenkohl-Risotto mit gerösteten Haselnüssen & Trüffelöl

  1. Peach Colored

    Das klingt aber sehr lecker! Da werden wir dem Rosenkohl wohl doch nochmal eine Chance geben. Kindheitserinnerungen daran sind vor allem bitter!
    Danke für das schöne Rezept.

  2. Heike

    Ahhh, ohhhh, mmmhhhh! Mehr brauche ich gar nicht zu sagen, oder? 😉
    Da ich keine Petersilienwurzeln bekommen habe, musste ich die leider weg lassen, hab aber ein paar getrocknete Tomaten zugefügte, weil ich die einfach liebe. Selbst mein Mann, der (O-Ton) etwas Angst hatte, als er zum Essen gerufen wurde, weil er Rosenkohl so gar nicht mag, musste zugeben, dass die Angst völlig unbegründet war uns es sehr lecker schmeckt! Wird definitiv wiederholt. Risotto kann man einfach nie genug essen! 🙂
    Lieben Gruß und danke für das tolle Rezept!
    Heike

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Heike, ich freu mich – Du hattest ja schon angekündigt, dass es bei Dir zu Hause viel Skepsis gegenüber Rosenkohl gibt. Umso toller, dass es geklappt hat! Ich weiß auch nicht, was in deutschen Durchschnittsküchen so mit Rosenkohl veranstaltet wird – ich glaube, er wird viel zu oft verkocht und bekommt dann so nen komischen kohligen Geschmack. Ich selbst habe auch schon super ekligen, dampfigen Rosenkohl gegessen und fands grauselig. Aber wenn man ihn nur kurz kocht, brät, gart odera uch roh im Salat isst, dann schmeckt der herrlich. Und er ist so gesund! Wusstest Du, dass Vitamin C das stärkste Antioxidanz ist, dass in der Natur vorkommt? Also vergiss Aronia & Co – und auf zu mehr Rosenkohl (lach).. Ich find’s super, dass es bei Dir geklappt hat! Vielleicht magst Du ja auch Mal die Pasta machen? „Pasta mit Rosenkohl & Maronen“ zuwink Deine Lea

  3. Heike

    Du hast recht, da muss man gar nicht zu teuren Superfoods vom anderen Ende der Welt greifen, die gesunden Sachen wachsen direkt auf deutschen Äckern 🙂
    Die Rosenkohl-Pasta mache ich auf jeden Fall auch demnächst, Maronen liebe ich nämlich auch, daher die perfekte Kombi!
    Und da vom Rosenkohl noch was übrig ist, wird’s den gleich morgen in zusammen mit Pastinaken und Süßkartoffeln als Ofengemüse geben.
    LG Heike

  4. Carina

    Hallo Lea,
    welch ein köstliches Rezept.
    Mein erstes Risotto, was gleich gelang mit deiner tollen Anleitung.
    Den Rosenkohl zu entblättern war etwas „mühsam“, aber das Endergebnis hat mich vollends „entschädigt“ (o:
    Danke für deine sehr ansprechende und inspirierende Homepage.
    Liebe Grüße von
    Carina

  5. iRolf

    super lecker! auch mein erstes risotto…

    allerdings beantrage ich eine ungefähre zubereitungszeit pro gericht. 😉
    oder vorschläge für geeignete küchenutensilien. ich habe gefühlte 1,5 stunden nur geschnippelt, gepult, gewaschen, gehackt und auf reiskorngröße zerkleinert, bevor ich topf und ofen überhaupt anheizen konnte.

    1. Lea Beitragsautor

      Lieber Rolf, zu gerne hätte ich Dir beim Schnippeln geholfen! Aber ich find’s soo klasse, dass Du Dich „durchgekämpft“ hast und es sich geschmacklich gelohnt hat! Lecker, oder? Du, das mit dem Schnippeln ist reine Übungssache – ich brauche bei dem Rezept gefühlte 15 Minuten Vorbereitungszeit – aber bei mir fliegen ja auch die Messer übers Schneidebrett! Die Übung macht’s und der Wille zum guten Essen! Ganz liebe Grüße, ich finde es schön, dass Du auch schon so lange und regelmäßig Veggies folgst, zuwink yours Lea :-))
      PS: Schau Mal das neue Polenta-Rezept – da musste ganz wenig schnippeln und es geht ganz, ganz fix, versprochen!

  6. Lydia Neumann

    …außer lecker, nur noch lecker 😀
    Von Herzen DANKE, liebe Lea, für dieses wundervolle Rezept!

    1. Lea Beitragsautor

      Danke Dir Lydia für Dein wunderbares Feedback. Ich freu‘ mich 🙂 alles Liebe Lea

  7. VeganmitKind

    Ich essen Rosenkohl total gerne, aber so lecker war der noch nie. Das Rezept ist direkt in meinen „Lieblingsessenordner“ gewandert. Ach, da ich keine Petersilienwurzel bekommen habe, wurde die einfach gegen Kürbis getauscht. Geht auch ganz wunderbar.

    1. Lea Beitragsautor

      Halli Hallo, super, dass Dir das Essen so gut geschmeckt hat 🙂 Risottos sind doch einfach toll, oder? Ich finde es großartig, dass man da so viele Variationen machen kann. Mein Trick dabei ist ja bei fast jeder Variante, nicht komplett alle Zutaten direkt in das Risotto zu geben, sondern immer einen Teil zum Schluss ganz frisch oder vorgegart aus dem Ofen hinzuzufügen. Das macht die Risottos dann so besonders! Hast Du auch die anderen Risottos, also zum Beispiel Kürbisrisotto oder Fenchelrisotto schon ausprobiert? Ganz liebe Grüße Lea

  8. Petra

    Tolles Rezept!
    Meine beiden erklärten Rosenkohl-Hasser-Töchter erlaubten mir gnädigst, dies auszuprobieren, da bisher ALLE Rezepte aus deinem Blog bei uns gut ankamen!
    Pastinaken, Möhren und getrockenete Tomaten ersetzten uns die Petersilienwurzeln, die Mädels halfen mir sogar beim Schnippeln und putzen und – oh Wunder! – was für ein leckeres Gericht!!!
    Heute mittag wurden sogar die Reste mit Begeisterung verzehrt…
    Wir verfolgen neugierig deinen Blog und freuen uns schon auf dein Kochbuch!!!!

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Petra, zu hören, dass Rezepte von Veggies Kindern oder Jugendlichen geschmeckt haben freut mich immer ganz besonders. Denn ich finde es so wichtig, dass die nachfolgenden Generationen von Kindheit an frische Zutaten, vegane Speisen und eine nährstoffreiche Kost kennen und lieben lernen! Super, dass gerade das Rosenkohl-Risotto Deine Töchter überzeugt hat! Denn Rosenkohl ist ja wirklich nicht jedermanns Sache 😉 Ganz, ganz liebe Grüße Euch allen, die Lea

  9. Ursula

    Hallo Lea,

    in der Rosenkohlzeit fiel mir jetzt auch dieses Rezetpt zu Opfer 😉
    Der Rosenkohl aus dem Ofen schmeckte lecker, insgesamt gingen bei dem Gericht für mich die einzelnen Geschmackskomponenten aber unter und bildeten einen Einheitsgeschmack, was ich schade fand.
    Naja, dafür habe ich ja andere tolle Rosenkohlzepte von dir schon kennengelernt ; ich sag nur Pasta *-*

    LG,
    Ursula

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