Herbst/ Winter

Überbackener Weißkohl

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Heute zeige ich Euch, wie Ihr aus einem simplen Weißkohl im Handumdrehen ein herrliches Ofengericht zaubert – köstlich überbacken ist Weißkohl gerade zur Winterzeit eine willkommene Abwechslung. Aber ging es Euch im Supermarkt auch schon so: Man kommt an den großen, dicken Weißkohlköpfen vorbei und alles, was einem dazu einfällt, ist “Sauerkraut”. Ok, Coleslaw ist auch noch eine super Idee. Auch hierfür habe ich ein tolles Rezept, falls es Euch interessiert. Aber zurück zu unserem erstmal wenig einladend aussehenden Weißkohlkopf. Der schmeckt nämlich im Ofen geschmort wirklich köstlich. Um dem Rezept noch den letzten Schliff zu geben, bestreue ich den gebackenen Weißkohl mit herrlich angerösteten Semmelbröseln. Falls Ihr jedoch Gluten nicht so gut vertragt oder meiden möchtet, könnt Ihr entweder glutenfreie Semmelbrösel kaufen oder Ihr bestreut das Gericht mit gehackten und gerösteten Haselnüssen. Vermischt dafür eine kleine Hand voll gehackte Haselnüsse mit 2-3 EL Haferflocken und röstet beides zusammen in einer Pfanne mit Margarine an. So steht dem Kohlvergnügen jetzt nichts mehr im Wege. Viel Spaß mit dem Rezept und vergesst nicht, einen Kommentar zu hinterlassen, wenn Ihr es ausprobiert habt oder einfach Eure Gedanken zu diesem Rezept zu schildern, denn ich freue mich immer riesig darüber, von Euch zu hören. Das ist nunmal für uns Blogger das Allerschönste. Herzlichst Eure Lea.

Zutaten für 4 Portionen

Für den überbackenen Weißkohl

  • 130 g Cashewnüsse
  • 2 EL Kokosöl
  • Ein halber Kopf Weißkohl (ca. 900 g)
  • Meersalz
  • 100 g Zwiebel(n)
  • 1 kl. Knoblauchzehe
  • 200 g Seidentofu
  • 1 großer TL scharfer Senf
  • 20 g Hefeflocken (ich empfehle die VITAM Hefeflocken aus dem Reformhaus)
  • Grob gemahlener Pfeffer
  • 2 TL Kräuter der Provence
  • Eine Hand voll frische Petersilie
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 TL gemahlener Kümmel (oder Kreuzkümmel oder Paprikapulver)
  • Eine Prise frisch gemahlene Muskatnuss

Für die gerösteten Semmelbrösel (optional)

  • 50 g Margarine
  • 80 g (Dinkel-)Semmelbrösel
  • Meersalz

Zubereitung (Einweichzeit der Nüsse + 25 Minuten Arbeitszeit + 55 Minuten Backzeit)

Die Cashewnüsse über Nacht, mindestens aber 6 Stunden in Wasser einweichen lassen. Wasser nach der Einweichzeit abgießen. Wer einen Hochleistungsmixer hat, kann die Einweichzeit auf 2 Stunden verkürzen.

Den Ofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. Eine Quiche- oder Auflaufform mit 1 EL Kokosöl auspinseln (oder mit Margarine einfetten o.ä.).

900g  Weißkohl waschen und ihn mit Strunk in dünne Scheiben schneiden. Den Strunk lasse ich beim Aufschneiden noch dran, damit die Scheiben zusammen halten. Auf dem nachfolgenden Foto sehr Ihr die Scheiben – sie sind dünn genug, damit sie gut garen, aber nicht so dünn, dass alles auseinanderfällt.

Hier seht Ihr, wie dick bzw. dünn ich den Weißkohl aufgeschnitten habe. Dicker sollten die Scheiben nicht sein, denn sonst werden sie nicht weich…

Bevor Ihr dann die dünnen Kohl-Scheiben in die Auflaufform legt, könnt Ihr den Strunk abschneiden, sonst lässt sich der Kohl nicht so gut schichten. Außerdem würde der Strunk ohnehin etwas hart bleiben. Legt die Kohlscheiben also mit der dünnen Seite nach innen kreisförmig in die Auflaufform. Dann den Kohl einmal kräftig salzen.

Die Weißkohlscheiben mit der dünnen Seite nach innen (Blattspitzen) rundlich in eine Quiche- oder Tarteform schichten. Den Strunk habe ich, wie Ihr seht, abgeschnitten.

Da der Kohl zuerst dünsten und weich werden soll, geben wir jetzt ca. 70 ml Wasser über den Kohl in die Auflaufform. Dann den Kohl mit Backpapier (oder Alufolie, wobei ich die vermeide!) abdecken und bei 200 Grad Umluft 25 Minuten in den vorgeheizten Ofen geben. Die Kohlscheiben sollen jetzt erstmal vorgaren. Wenn Ihr Alufolie verwendet, könnt Ihr die Kohlscheiben sogar noch länger – rund 30 Minuten garen lassen.

Während der Kohl im Ofen gart, könnt Ihr die Sauce zum Überbacken zubereiten. Dafür 100 g Zwiebel(n) und eine kleine Knoblauchzehe abziehen und würfeln. 1 kl. EL Kokosöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin anrösten.

Die eingeweichten Cashewnüsse mit 200 g Seidentofu, 1 großen TL scharfem Senf, 20 g Hefeflocken (3 große EL), kräftig Salz und Pfeffer, 1-2 TL Kräuter der Provence sowie 2 EL Wasser im Mixer pürieren. Cashew-Seidentofu-Masse in eine Schüssel geben und dort mit den gebratenen Zwiebel- und Knoblauchstückchen vermengen.

Jetzt noch eine Hand voll Petersilie waschen, hacken und untermengen!

Tipp: Die Cashew-Seidentofu-Masse sollte nicht zu dickflüssig/pastig sein, da sie später über den Kohl “gegossen” wird. Je nachdem, wie weich Eure Cashewkerne waren und wie leistungsstark Euer Mixer ist, könnt Ihr jetzt die Konsistenz mit Wasser noch etwas strecken. Ich habe noch 2 EL Wasser hinzu gegeben.

Cashew-Sauce so stark verdünnen, dass man sie später cremig über den Kohl gießen kann.

Die Auflaufform mit dem Kohl nach der Garzeit aus dem Ofen holen. Sollte das Wasser noch nicht ganz verdampft sein, haltet den Kohl mit einem Küchenhandtuch fest und gießt das Wasser ab.  2 EL Zitronensaft über die Kohlstücke träufeln. Dann die Kohlstücke nochmals salzen, kräftig pfeffern und 1 TL gemahlenen Kümmel darüber verteilen (wer keinen Kümmel hat oder mag, kann statt dessen Kreuzkümmel oder Paprikapulver verwenden). Ich reibe auch noch eine große Prise Muskatnuss darüber.

Den vorgegarten Weißkohl mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Muskatnuss kräftig würzen.

Dann die Cashew-Seidentofu-Soße über den Kohl verteilen. Den Kohl unabgedeckt wieder  bei 200 Grad Umluft 25-30 Minuten im Ofen backen.

Den Weißkohl mit der leckeren Soße im Ofen 25-30 Minuten überbacken. Die Backzeit kann je nach Ofenart und -alter leicht variieren.

Während der Kohl im Ofen backt, könnt Ihr nun die Semmelbrösel anrösten. 50 g Margarine in einer Pfanne schmelzen lassen, 80 g Semmelbrösel dazu geben und so lange rösten, bis sie schön braun sind. Zum Schluss die Semmelbrösel gut salzen und vom Herd nehmen, damit sie nicht verbrennen.

Der Kohlauflauf ist fertig, sobald die Sauce eine schöne bräunliche Färbung angenommen hat und “gut gebacken” aussieht. Den herrlich überbackenen Kohl aus dem Ofen nehmen. Nochmals ein paar Blätter frische Petersilie waschen, hacken und darüber streuen. Den Ofen-Kohl mit frischem Pfeffer übermahlen und mit reichlich gerösteten Semmelbrösel bestreut servieren. Guten Appetit Euch allen!

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12 Kommentare

  • Reply
    Babs
    16. November 2017 at 09:03

    Vielen Dank für das Rezept, der Wirsing hat super geschmeckt, wie alles von deinem Blog, was ich bisher gekocht habe (was sicherlich gut 95 % der Rezepte hier ausmacht).

    Ich koche sehr gerne, das Problem ist nur, schreiben ist nicht meins. Deswegen versäume ich es leider viel zu oft, zu kommentieren. Deswegen wird der Kommentar heute ein wenig länger:

    Wenn ich am Wochenende was Schönes kochen will, schaue ich immer zuerst auf deinen Blog (oder ins Kochbuch) zur Inspiration. Ich und mein Mann sind immer wieder begeistert, die Rezepte gelingen immer und sind so einfallsreich.
    Früher mochte ich z.B. keinen Rosenkohl, zumindest dachte ich das. Heutzutage freue ich mich auf die Rosenkohlzeit, dann gibt’s Risotto oder leckere Pasta 🙂

    Also vielen Dank für deine Arbeit, die du in diesen Blog steckst (und an den Kollegen für das Gulaschrezept, ein Traum)!

    • Reply
      Lea
      16. November 2017 at 09:19

      Liebe Babs,
      vielen lieben Dank für Dein tolles Feedback. Das freut mich riesig zu hören. Solche Rückmeldungen wie Deine sind mir sehr wichtig. Denn dann erfahre ich immer erst, ob denn meine Rezepte auch bei Euch da draussen gut gelingen und schmecken. Es ist dann eine große Freude, wenn ich lese, dass es gut schmeckt! Danke Babs, das spornt mich an, weiterhin so viele Rezepte zu kreieren und online zu stellen. Jetzt kommt ja die Winterzeit. Da braucht man immer besonders viel Kreativität in der Küche, denn ich versuche ja möglichst mit saisonalen Zutaten zu kochen und im Winter gibt es halt vorrangig Kohl, Rüben, Lauch, Zitrusfrüchte, aber natürlich auch so besondere Zutaten wie z.B. Maroni 🙂 Ich finde, jede Jahreszeit hat ihre eigene Kochsaison – im Winter mag ich es gerne deftig und herzhaft, während ich im Sommer meist Lust auf Salate und leichte Kost habe. So fällt mir immer etwas Neues ein 😉 Die Abwechslung macht’s. Ich hoffe, Du findest noch viele tolle Anregungen hier für Dich und Deine Familie. Ganz herzliche Grüße und bis bald, Deine Lea

  • Reply
    Mona
    15. November 2017 at 15:14

    Hallo Lea,

    Das Rezept sieht richtig lecker aus, ich probiere es am Wochenende mal aus! Ich liebe Weißkohl- hab zwar bis jetzt noch kein appetitliches Rezept gefunden wie deins! Weißt du zufällig wie die Nährwerte von deinem Rezept sind? Mit meinem Sport sind mir der Kalorien + Eiweiß Werte schon wichtig.

    Schöner Blog-Beitrag, Ich freue mich auf deine nächsten Beiträge 🙂

    LG Mona

    • Reply
      Lea
      17. November 2017 at 09:56

      Hallo Mona,
      lieben dank für Dein Feedback. ich habe die Nährwerte nicht ausgerechnet, aber das kannst du ganz leicht tun, indem Du die Zutaten in einen Nährwertrechner eingibst, den Du einfach googlen kannst. DU kannst aber davon ausgehen, dass das Rezept low carb und high fat ist (wegen der cashewnüsse). Der Seidentofu sorgt für eine kräftige Portion Proteine – Soja enthält ja alle 8 essentiellen Aminosäuren! Lass’ es Dir schmecken, herzlichst Lea

  • Reply
    Carmen
    11. November 2017 at 19:36

    Liebe Lea! Vielen Dank für dieses tolle Rezept, es ist mir sehr gut gelungen und hat wunderbar fein geschmeckt (ich habe Wirz und Rotkohl verwendet!)!

    • Reply
      Lea
      11. November 2017 at 20:20

      Hallo Carmen,
      das freut mich sehr zu hören. Wie toll! Vielen Dank für Dein Feedback und ich hoffe, Du findest noch viele schöne Rezept-Inspirationen hier auf Veggies für Dich <3
      Herzlichst Lea

  • Reply
    Julia
    10. November 2017 at 23:43

    Hallo Lea,das klingt seeeehr lecker und ich werde es ausprobieren. Mein Problem ist, dass ich mich leider gar nicht mit dem Geschmack von Hefeflocken anfreunden kann. Egal, welche Sorte. Gibt es irgendeine Alternative? Gruß, Julia

    • Reply
      Lea
      11. November 2017 at 09:12

      Hallo Julia,
      also die Hefeflocken machen die Sauce zu Überbacken so besonders cremig und sie haben ja einen leicht “käsigen” Geschmack. Einen 1:1-Ersatz gibt es dazu nicht. Aber Du kannst die Hefeflocken weglassen und nimmst einfach 20 g mehr Cashewkerne in diesem Rezept oder einen 1 EL mehr Seidentofu. Das funktioniert auch. Ich glaube allerdings, dass es immer sehr darauf ankommt, welche Hefeflocken Du verwendest. Die Sorten unterscheiden sich geschmacklich nämlich ziemlich stark. Ich benutze ausschließlich die Hefeflocken von der Firma Vitam. Ich erhalte sie im Reformhaus. Ich schwöre auf die. Sie schmecken (meiner Meinung nach) wunderbar. Vielleicht gibst Du den Hefefklocken so nochmal eine Chance? Denn langfristig ist es a) geschmacklich schon eine Bereicherung, wenn man Hefeflocken verwendet und b) sind sie sehr sehr gesund und versorgen Dich mit der ganzen Reihe der wichtigen B-Vitaine (außer B12). Herzlichst Lea

  • Reply
    Bianca
    10. November 2017 at 13:50

    Huhu liebe Lea,
    das ist ein feines Gericht, das ich sofort ausprobieren musste. Mein Mann und ich haben es dann ganz allein verdrückt (war also nix mit einem Rezept für 4 Personen ;-)). Ich habe Chinakohl verwendet, der “weg musste”. Das hat super funktioniert. Ich habe den Chinakohl einfach in Streifen geschnitten und nur 10 Minuten im Ofen vorgegart, da er ja zarter ist als Weißkohl. Dann habe ich ihn mit der Soße weitere 20 Minuten gratiniert. So, so, so lecker! Vor allem die (glutenfreien) gebratenen Semmelbrösel haben dem Ganzen den letzten Schliff gegeben. Ein tolles & unkompliziertes Gericht – genauso, wie ich es liebe :-).

    Liebe Grüße
    Bianca

    • Reply
      Lea
      11. November 2017 at 09:03

      Hi Bianca,
      hahahaha… das kenne ich nur zu gut! Ich mache oft Rezepte, die ganz klassisch für vier Portionen ausgelegt sind und dann putzen Julian und ich alles auf einmal weg! Aber ich denke dann immer, ich kann ja nicht hinschreiben: “4 Portionen – Vielfraß 2” 😀 Lach… Oft ist das auch bei Salaten oder Suppen schwierig, weil es kommt ja immer darauf an, ob man die Gerichte als Vorspeise oder “dazu” isst oder als Hauptmahlzeit. Das mache ich nämlich gerade bei Suppen total gerne – ich esse dann Abends eine große Portion und bin rundum satt und zufrieden 🙂 Vielen lieben Dank für Dein Feedback. ich freue mich natürlich riesig, dass es auch mit dem Chinakohl so gut geklappt hat.
      Hab’ ein schönes Wochenende
      Herzlichst Lea

      • Reply
        Kirschbiene
        11. November 2017 at 20:00

        Lea, ich bin froh zu hören, dass nicht nur wir solche Vielfraße sind *lach*. Ja, das mit den Angaben, für wie viele Personen ein Gericht ausgelegt ist, tue ich mich auch manchmal schwer. Ab und zu schreibe ich tatsächlich dazu, dass ein Rezept für “zwei hungrige Esser” gedacht ist oder etwas in der Art ;-).
        Dieses Gericht gibt’s übrigens sicherlich noch häufiger bei uns – mein Mann hat es gleich auf seine (lange) Liste mit Lieblingsrezepten gesetzt :-).
        Einen schönen Abend!
        Bianca

        • Reply
          Lea
          11. November 2017 at 20:25

          Hi Süße,
          ja, das ist ein guter Ausdruck “hungrige Esser” – trifft auf jeden Fall für mich immer zu 🙂 Ich könnte ständig mampfen und snacken – vor allem in der kalten Jahreszeit – und die vegane Küche bietet sooooo viel Leckeres (Oh Gott und bald geht das ja wieder mit den Keksen los! Ich glaub’ ich muss wieder öfter in Fitnesstudio 🙂 Hab’ mich sehr gefreut, wieder von Dir gehört zu haben,
          herzlichst Deine Lea