Zünftige Semmelknödel

Als Mädel halb bayerischer, halb österreichischer Herkunft gehört es sich natürlich, ein paar g’scheide Semmelknödel machen zu können. Sie sollten schön saftig, kompakt und angenehm fest, aber innen drin noch ein bisserl batzig sein. Und auf keinen Fall dürfen sie beim Sieden im Wasserbad zerfallen. Urtypisch zu Hax’n und Sauerkraut gereicht, serviere ich meine veganen Semmelknödel gerne zu Linsen oder aber in einer kräftigen Gemüsebrühe mit viel Schnittlauch. Die Knödel schmecken angeröstet in der Pfanne und serviert mit Salat ebenso großartig, wie frisch aus dem Knödeltopf mit Champignonrahm oder sahnigen Pfifferlingen. 

Zutaten für 6 Knödel

  • 4 Semmeln bzw. Brötchen vom Vortag | ca. 250-300 Gramm; in Bayern und Österreich kann man auch fertiges Knödelbrot kaufen; in Berlin habe ich das leider noch nicht gefunden
  • 1 Zwiebel | ca. 80 Gramm
  • 250 ml Hafermilch | oder Sojamilch oder Reismilch
  • Ein halbes Bund frische, glatte Petersilie
  • 3 EL Sojamehl
  • 3 EL Semmelbrösel bzw. Paniermehl
  • 1 gestrichener EL Kartoffelmehl
  • Frische aufgeriebene Muskatnuss
  • Salz
  • Ein wenig Öl zum Anbraten der Zwiebelstücke

Zubereitung

Die Semmeln bzw. Brötchen vom Vortag mit einem scharfen Messer halbieren und in kleine Stücke bzw. Würfel schneiden. Die Zwiebel abziehen und fein würfeln. Petersilie waschen, die harten Stiele entfernen und die Blätter klein hacken. 250 ml Hafermilch abmessen.

In eine große Rührschüssel 3 EL Sojamehl mit 6 EL der abgemessenen Hafermilch zu einer sämigen Masse verrühren. Die Brotwürfel dazu geben und alles zusammen mit der restlichen Hafermilch übergießen. Frische Muskatnuss drüber reiben und etwa 1 kleinen TL Salz dazu. Mit der Hand grob vermischen und während des nächsten Arbeitsschrittes einweichen lassen.

Die Zwiebelwürfel in einer Pfanne mit heißem Fett anrösten. Wenn die Zwiebelstückchen glasig sind und an manchen Stellen leicht anfangen dunkler zu werden, die gehackte Petersilie dazu geben und rasch durchmengen. Die angeröstete Zwiebel-Petersilienmischung ebenfalls in die Rührschüssel geben.

3 EL Paniermehl/Semmelbrösel und einen gestrichenen EL Kartoffelmehl dazu geben und alles mit den Händen in der Schüssel zu einem Semmelknödelteig verkneten. Den Knödelteig in der Schüssel mit einem Küchentuch abgedeckt 10 Minuten quellen lassen.

Mit den Händen aus dem Teig sechs mittlere oder vier große Semmelknödel formen.

Tipp: Die Hände beim Formen der Knödel nicht anfeuchten. Denn dann wird die Oberfläche der Knödel nur komisch glitschig. Die Knödel lieber mit trockenen Händen rollen und bereit stellen zum Garen.

Einen großen Topf mit Salzwasser erhitzen. Wenn das Wasser kocht, die Hitze ganz stark reduzieren und die Knödel vorsichtig in das siedende Wasser einlegen.

Tipp: Das Wasser sollte nun keinesfalls mehr so stark kochen, dass es blubbert, sondern nur sieden. Ich drehe die Hitze während der Siedezeit ab und an kurz hoch und schalte den Herd wieder zurück bevor das Wasser anfängt stark zu kochen.

Nach etwa 15 Minuten Siedezeit sind die Knödel fertig. Man erkennt das daran, dass sie dann an die Oberfläche kommen und sich leicht im siedenden Wasser drehen. Ich lasse die Knödel nach 15 Minuten bei ausgeschaltetem Herd noch weitere 5 Minuten im Wasser ziehen.

Nun sind die Knödel servierbereit. Sie schmecken zum Beispiel fantastisch zu einem deftigen Berglinsen-Eintopf. Man kann sie aber auch als Suppen-Einlage reichen. Wer mag, brät die Knödel in Scheiben geschnitten an und bringt sie mit Salat auf den Tisch. Eine weitere Variante sind  Knödel mit Rahmpfifferlingen oder ganz klassisch, so wie ich sie liebe: mit Champignon-Rahm übergossen. Alle entsprechenden Rezepte für Linseneintopf, Gemüsebrühe, Rahmpfifferlinge und die Champignon-Variante habe ich unten stehend nochmals verlinkt.

Ein klassisch süddeutsch-österreichisch-böhmisches Schmankerl einfach Mal vegan geniessen. An Guadn!

Rezepte, mit denen die Knödel kombiniert werden können:

14 Gedanken zu „Zünftige Semmelknödel

    1. Lea Beitragsautor

      Hi Cathi, das geht mir auch oft so und meine Lesezeichenliste wird immer länger 🙂 Danke für das Kompliment, das ich gerne zurück gebe, zuwink Lea

  1. Heiko

    Wir haben das Semmelknödel Rezept heute nach der Anleitung hier nachgekocht und es hat super funktioniert. Danke! 🙂

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Heiko, super, dass es geklappt hat…als „halb Ösi-halb Bayer“ muss ich das schon können mit den Knödeln…lecker, oder? liebe Grüße Lea

  2. Diana

    Hallo Lea,

    super Rezept. Hab ich zusammen mit den Rahmschwammerl in meine“heavy Rotation“ aufgenommen.
    Danke, danke, danke!

    LG,
    Diana 🙂

  3. Ursula

    Liebe Lea,
    das erste Mal, das ich Semmelknödel gekocht habe und direkt ein Riesenlob von der Familie bekommen, dass die voll gut geschmeckt haben. Ich gebe das Lob also direkt weiter.
    Leider haben die Knödel (bis auf einen) nicht so gut bei mir gehalten und sind etwas zerfallen. Wie schaffst du es, dass die ganz bleiben?
    Und meine Knödel schwammen von Anfang an oben im Wasser, das hat mich verwundert, ich wusste dann nicht, wie lang ich die dann da drin lassen soll, denn du schreibst ja, dass das aufsteigen ein Zeichen dafür ist, dass sie gar sind. Gibt es noch ein anderes Merkmal?
    Lieben Dank 🙂

  4. Sarah

    Deine Semmelknödel sind die allerleckersten überhaupt! Ich mache sie nur noch nach diesem Rezept und habe bisher selbst (im wahrsten Sinne des Wortes) eingefleischte Semmelknödelliebhaber damit überzeugen können 😀 Danke Dir! Heute Abend gibt’s die wieder!

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Sarah,
      das ist so so cool zu hören! Vielen Dank für das große Kompliment. Aber wie gesagt: ein bayerisch-österreichisch Mädel wie ich hat da auch eine gewisse Verpflichtung :-)) Ganz liebe Grüße Lea

  5. Lorenz

    Hallo Lea,

    ich habe heute mit einer Freundin diese Knödl zu deinem Austernpilz-Geschnetzelten gemacht und beides schmeckte wirklich ausgezeichnet! Da ich weder Soja- noch Kartoffelmehl vorrätig hatte oder auf die Schnelle auftreiben konnte, ersetzte ich beides mit Maisstärke, statt der Hafer- verwendete ich Sojamilch und auch so wurden sie, soweit ich das beurteilen kann (sowohl zum Kochen als auch zum Essen meine allerersten Knödl), perfekt. Das wird es bestimmt noch öfters geben, eignet sich auch sehr gut als Alternative zu Rösti, der hierzulande üblichen Beilage für herzhafte Speisen.

    Liebe Grüsse
    Lorenz

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Lorenz,
      stimmt, Du hast völlig Recht: Rösti sind natürlich auch ein Klassiker und passen einfach perfekt zu Geschnetzeltem!! Das hatte ich irgendwie gar nicht im Kopf. Danke für Deinen Input 🙂 Super, dass Dir die Knödel so gut gelungen sind und lieben Dank für Deine Variationsangaben – das ist sicherlich für viele hilfreich. Ich habe zwei Rösti-Rezepte auf meinem Blog: ein Mal mit Kartoffeln und einmal aus Wurzelgemüse – die sind auch ganz toll geworden. Vielleicht hast Du ja Lust, eines dieser Rezepte auszuprobieren? Ganz liebe Grüße Lea

  6. Kiri

    Hallo Lea,

    Ich bin letzte Woche durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und er hat mich nicht mehr losgelassen 😉
    Die Liste in „Mein Kochbuch“ wird immer länger. Ich finde es voll toll, dass du so viele verschiedene Rezepte hast. Mal glutenfrei, mal roh, mal low carb oder mal gscheide Semmelknödel, je nachdem worauf man Lust hat 🙂

    Als waschechte Oberbayerin liebe ich Semmelknödel und so musste ich das Rezept gleich ausprobieren. Ich habe Dinkelbrötchen und ansatt Sojamehl Kartoffelstärke benutzt. Dazu gab’s frische Pfifferlinge mit Hafercuisine und viel Petersilie, wirklich sehr lecker!!

    Es macht mir jedes Mal sehr viel Freude durch deine Rezepte zu stöbern und das Eine oder Andere nach zu kochen.

    Viele liebe Grüße!

    1. Lea Beitragsautor

      Hallo Kiri,
      Du, das freut mich extrem zu hören! Denn genau das möchte ich: eine möglichst große Bandbreite anbieten: teils klassisch, mal zünftig, dann wieder ganz reduziert oder roh – damit für jede Gelegenheit was dabei ist. Schön, dass Du auf meinem Blog bist!! Herzlich Willkommen und ich hoffe, Du findest noch viele tolle Rezept-Inspirationen für Dich, herzlichst Lea

  7. Christoph

    Geile Knödel! Bei mir waren sie sehr fest, also nicht zerfallen. Vielleicht hätten sie etwas länger gekocht gehört. Jedenfalls das Beste Rezept im Netz. Schöne Grüße aus Linz (OÖ).

    1. Lea Beitragsautor

      Hey Christoph,
      das freut mich, dass Dir die Knödel so gut gelungen sind. Wenn sie etwas fest waren, kann das am Brot liegen, dass Du verwendet hast. Achte beim Brot darauf, dass es nicht zu hart ist. Ich schneide bei Toastbrot oder bei „oide Semmin“ schon mal die Rinde bzw. „Kruste“ ab 😉 Ganz herzliche Grüße aus Berlin, Lea

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