Winter/ Hauptgerichte

Steckrübenrösti mit veganem Kräuterquark

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Ein frischer, cremiger Kräuterquark ist etwas, auf das ich auch in meinem veganen Leben nicht verzichten möchte. Zum Glück braucht man dazu keine teuren veganen Fertigprodukte. Man kann den Quark aus Sojajoghurt ganz einfach selbst herstellen. Dafür muss der Sojajoghurt abtropfen. Eine Technik, mit der man sich als Veganer vertraut machen sollte, denn es lohnt sich. Ich zeige Euch, wie’s geht! Zum frischen Kräuterquark habe ich mir saisonale Rübenrösti gemacht, die herrlich knusprig geworden sind.

Also, worauf wartet Ihr. Los geht’s.

Zutaten für 2-3 Personen

Für die Steckrübenrösti | ergibt ca. 9 Stück

  • Reichlich Pflanzenöl zum Anbraten der Rösti
  • 1 Zwiebel | ca. 60 Gramm
  • 1 Steckrübe | ca. 400 Gramm
  • 3-4 (vorwiegend) festkochende Kartoffeln | ca. 500 Gramm
  • Ein kleines Bund Petersilie
  • 2 EL Kichererbsenmehl
  • 1 EL Kartoffelmehl
  • Meersalz
  • Schwarzer, grober Pfeffer
  • 1 EL süßes Paprikapulver
  • 1 TL gemahlener Kümmel
  • 1 gestr. TL Kreuzkümmel

Für den veganen Kräuterquark | 2-3 Portionen

  • 380 Gramm Sojajoghurt (300 Gramm zum Abtropfen/wird im Rezept erläutert) | ich benutze den Naturjoghurt der Firma Sojade
  • 60 Gramm Salatgurke
  • Blätter von ca. 8 Stängeln Petersilie
  • Ein Bund Schnittlauch
  • 2 EL Zitronensaft
  • Etwas Salz und Pfeffer
  • 2 EL Wasser von eingelegten, sauren Gurken
  • Ein halbes Beet Rettichsprossen

Tipp: Man kann natürlich ganz individuell die Kräuter für den Quark zusammen stellen. Auch Kerbel oder Dill schmecken herrlich. Da könnt Ihr Kräuter kombinieren wie Ihr wollt.

Zubereitung

Da die Herstellung des veganen Kräuterquarks mit dem Abtropfen von Joghurt einher geht, möchte ich mit diesem Arbeitsschritt beginnen. Den Sojajoghurt sollte man am Vortag zum Abtropfen ansetzen. Denn damit Sojajoghurt eine quarkähnliche Konsistenz erhält, muss ihm Flüssigkeit entzogen werden. Ich habe mir das früher recht kompliziert und langwierig vorgestellt, aber es ist eigentlich ganz einfach.

Am Tag, bevor man den Quark essen oder verwenden möchte, gibt man den Joghurt in einen Caféfilter, spannt den Filter über einen Mixbehälter, deckt den Joghurt mit Folie ab und stellt das Gefäß in den Kühlschrank. Das Ergebnis ist verblüffend, denn der Joghurt verliert in etwa die Hälfte seines Gewichts an Flüssigkeit (bei 300 Gramm in etwa 150 ml) und das ganz von selbst, ohne irgendein weiteres Zutun. Dadurch wird der Joghurt schön fest – ähnlich wie Quark. Das sieht bei mir in etwa so aus:

Zu Beginn des Abtropfens ist der Caféfilter randvoll – dies ist das Ergebnis nach etwa 20 Stunden.

Tipp: Man kann selbstverständlich auch ein Küchentuch statt des Caféfilters und ein ganz anderes Gefäß benutzen. Nur passt dieser Mixbecher mit dem Filter gut in den Kühlschrank und etwa 20 Stunden sollte der Joghurt schon abtropfen. Im Internet kann man eigens dafür hergestellte Abtropftücher bestellen. Aber die Caféfiltermethode ist günstig, einfach und funktioniert problemlos für Mengen bis zu 300 Gramm Sojajoghurt.

Wenn der Sojajoghurt abgetropft ist, die Masse mit dem Löffel aus dem Caféfilter in eine Schüssel geben.

Für den Kräuterquark wird der abgetropfte Joghurt mit 80 Gramm “normalem” Sojajoghurt vermischt. Nun hat er die perfekte Konsistenz. Ein Stück Salatgurke entkernen und die Gurke fein aufreiben. Die Gurkenraspeln in den “Quark” geben. Nun kommen noch 2 EL Gurkenwasser und etwa 2 EL Zitronensaft hinzu. Man kann natürlich beliebige Gartenkräuter verwenden. Ich habe ganz klassisch Petersilie gehackt, Schnittlauchröllchen geschnitten und beides mit einem halben Beet Rettichsprossen in den veganen Quark gemischt. Das Ganze dann mit Salz und etwas Pfeffer würzen und gegeben Falls nochmals mit Gurkenwasser abschmecken. Den Quark mit Kräutern bestreut servieren.

Nun zu den Steckrübenrösti. Für die Rösti werden Steckrübe und Kartoffeln geschält. Dann alle Knollen mit einer Küchenrappe in feine Raspeln reiben. Unten links die Steckrübenraspeln, rechts die gerappten Kartoffeln.

Steckrübe geschält & geraspeltKartoffeln geschält & geraspelt

Die Steckrüben- und Kartoffelraspeln in eine große Schüssel geben. Eine Zwiebel schälen und fein Würfeln. Ein halbes Bund Petersilie waschen, trocken schütteln und hacken. Zwiebelwürfel und gehackte Petersilie zusammen mit etwas Kichererbsenmehl und Kartoffelmehl mit den Raspeln gut vermengen. Die Rösti-Masse mit reichlich Salz, schwarzem Pfeffer, süßem Paprikapulver, etwas Kreuzkümmel und gemahlenem Kümmel würzen. Alles gut miteinander vermengen.

Den Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und ein Blech mit Backpapier auf die mittlere Schiene geben.

3-4 EL Pflanzenöl in einer Pfanne erhitzen. Mit der Hand die Raspelmasse leicht in Form bringen und mit etwas Schwung von der Handfläche in die Pfanne stürzen. Achtung: das Fett kann spritzen und ist heiß! Etwa 3-4 Rösti in die Pfanne geben. 3 Minuten anbraten, dann wenden und nochmals 3-4 Minuten fertig braten. Die Rösti danach in den Ofen auf das Backpapier geben. Hier garen sie noch etwas nach. Auf diese Weise alle Rösti fertig braten. Die letzten Rösti noch etwa 5 Minuten im Ofen lassen. Die ersten Rösti dann aber schon raus nehmen, damit sie nicht verbrennen. Rösti bei Bedarf auf Küchenkrepp etwas abtropfen lassen.

Rösti mit reichlich Kräuterquark und mit Kräutern garniert servieren.

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neun − zwei =

10 Kommentare

  • Reply
    Ursula
    15. November 2015 at 19:34

    Premiere für Steckrübe! Bisher kannte ich sie nur aus den Erzählungen meiner Großmutter, wo sie nicht so gut weg kam. Es sind halt die Erinnerungen an die Nachkriegszeit als es nicht viel anderes zu essen gab.
    Absolut überzeugt hat mich das Gemüse auch bisher nicht, ABER dieser KRÄUTERQUARK….

    …der ist HIMMLISCH. Mensch, der ist wirklich einfach nur toll. Er schmeckt wie … KRÄUTERQUARK! 🙂 🙂 🙂
    Das ist eine super Entdeckung. Ich bin deswegen immer noch hin und weg 😉

    Allerdings habe ich auch schon festgestellt, dass es mit anderen Sojajogurt als Sojade nicht so gut funktioniert.

    LG,
    Ursula

    • Reply
      Lea
      27. November 2015 at 12:45

      …hahaha…Steckrübenpremiere 😉 Da wäre ich ja gerne dabei gewesen… Freue mich sehr darüber, dass Dir das Rezept so gut gefällt bzw., dass es Dir so gut geschmeckt hat… Du, ich verwende inzwischen ausschließlich Sojade-Joghurt… ich habe schon soo viele vegane Joghurt-Sorten ausprobiert, aber keine schmeckt mir so gut…viele haben auch Zucker mit drin oder haben so einen komischen “Pappgeschmack”…da hab’ ich schon viele gruselige Geschmackserlebnisse gehabt, muss ich sagen… Jetzt kaufe ich halt nur noch die von Sojade – übrigens schmecken auch die Fruchtjoghurts der Firma sehr lecker. Schon probiert? 😉 Liebe Grüße aus Berlin, Deine Lea

      • Reply
        Ursula
        29. Januar 2016 at 01:41

        Ja, von den Fruchtjogurts konnte ich sogar meine Mutter überzeugen. Besonders der mit Himbeer&Maracujageschmack hat sie überzeugt und ich freu mich, dass wenn ich nach Hause komme, auch veganer Jogurt im Kühlschrank ist 🙂

  • Reply
    Laura Who
    23. November 2014 at 19:10

    Meine Güte sieht das lecker aus! 🙂
    Ich habe auch gerade ein Rezept für Kräuterquark veröffentlicht. Das mit dem Kaffeefilter ist aber auch eine super Idee! Ich nehme immer Küchenpapier und ein enges Metallsieb. 🙂
    xx Laura
    http://www.laurawho-fashion.com/

  • Reply
    Heike
    17. November 2014 at 13:02

    Hallo Lea!
    Ich mache auch regelmäßig Quark aus abgetropftem Sojajoghurt. Lasse ihn jedoch nur ca. 10 Stunden abtropfen, dann ist er schön cremig. Gewürzt wird meiste mit Olivenöl, Senf, Salz, Pfeffer und ein paar eingelegten Gurken.
    Deine Version werde ich auch mal testen! Die Röstis sehen super aus!
    Ich stand neulich noch vor den Steckrüben und hab überlegt, was man damit wohl am besten macht. Da kommt dein Rezept gerade recht!
    LG Heike

    • Reply
      Heike
      11. Dezember 2014 at 22:07

      Hallo Lea, welches Pflanzenöl nutzt du immer zum Anbraten?
      LG Heike

      • Reply
        Lea
        11. Dezember 2014 at 23:14

        Hallo Heike, ich benutze Olivenöl, Rapsöl und bei süßen Pfannkuchen o.ä. Kokosöl 🙂 Wie geht es Dir? Ich hoffe, gut! Ich bereite gerade ganz viele schöne Rezepte noch für Weihnachten und die Feiertage vor – morgen geht es richtig los damit! ganz liebe Grüße, Lea

        • Reply
          Heike
          12. Dezember 2014 at 13:16

          Dann werden die Röstis morgen ausprobiert! Mir gehts gut, danke!
          Freu mich auch die Rezepte, hab zwei Wochen Urlaub und viel Zeit zum Kochen 🙂
          LG

          • Heike
            13. Dezember 2014 at 21:51

            Projekt Rösti erfolgreich abgeschlossen! 🙂
            Also bei der Zubereitung dachte ich ja noch: “Ne, das wird nicht unbedingt mein Lieblingsgericht!” Schmerzende Arme vom Reiben, Rüben- und Kartoffelschnitze in einem Umkreis um die Schüssel landeten, heißes Fett und der Verdacht, dass die Röstis niemals zusammenhalten! Haben sie dann aber doch und nach der ersten Ladung hat das Braten und Wenden sogar recht gut geklappt! Ich glaube meine Raspeln waren etwas größer als deine und optisch sind die Röstis auch nicht ganz sooo schön geworden wie bei dir. Aber sie waren wirklich lecker. Sogar mein Mann hat gesagt, dass ich die bald wieder machen soll und das ist dann wirklich eine Auszeichnung! 😉 Das nächste Mal darf er dann Reiben oder ich probiere im Thermomix.
            Liebe Grüße
            Heike

          • Lea
            13. Dezember 2014 at 22:23

            (lach) Hallo Heike, was für ein cooles Feedback! Ich hab’ gerade soo gelacht, als ich Deinen Kommentar durchgelesen habe und hab’s voll miterlebt…die Anstrengung, die Zweifel und dann doch: das leckere Essen! Super-klasse! Danke für’s teilhaben lassen liebe Heike und das nächste Mal muss Dein Mann ran! zuwink Lea