Herbst/ Sojafrei

Vegane Zwetschkenknödel mit Vanillesoße, Butterbröseln & Pistazien

LoadingZu meinen Favoriten hinzufügen!

Eben noch haben wir im Urlaub die Füße in den feinen Sand gesteckt, Wanderungen in den Bergen gemacht, sind mit den Kindern auf dem Camingplatz herumgetollt oder haben den Sommer ganz einfach auf dem Balkon oder im Garten genossen – doch schon kündigt sich Ende August langsam aber sicher der Herbst an. Die Tage werden wieder merklich kürzer, erste braune Blätter säumen den Weg und ohne Pullover kann es Abends schon mal ungemütlich werden. Zeit, sich den schleichenden Abschied vom Sommer mit ein paar heißen Zwetschkenknödeln, knusprig-zimtigen Butterbröseln und gehackten Pistazien zu versüßen. Für Sorgen um die Bikinifigur ist es jetzt ohnehin zu spät. Also genießt die Spätsommersonne und diese vegane Zwetschkenknödel in sahniger Vanillesoße.

Zutaten für 9-10 Knödel

Für die Knödel

  • 10 Zwetschken
  • 500 Gramm mehlig kochende Kartoffeln
  • 100 Gramm Weichweizengrieß
  • 100 Gramm Weizenmehl oder Dinkelmehl und etwas Mehl für die Arbeitsfläche  | Typ 550 oder 630
  • 50 Gramm vegane Butter | ich benutze Alsan
  • Eine Prise Salz
  • Zimt
  • 10 kleine TL Rohrzucker

Tipp: Dieses Rezept funktioniert auch ganz wunderbar mit Aprikosen. Dafür schlichtweg die Zwetschken durch Aprikosen ersetzen. Man sollte jedoch darauf achten, die kleinen Zuckeraprikosen und nicht die sehr großen Arten zu verwenden, sonst reicht der Teig nur für zwei Drittel der angegebenen Portion.

Für die Vanillesoße und die süßen Knusperbrösel

  • 200 ml Pflanzenmilch | zum Beispiel Hafermilch, Dinkelmilch oder Mandelmilch
  • 3 EL Ahornsirup
  • 1 Prise Zimt
  • 1 Vanilleschote
  • Eine Messerspitze Guarkernmehl
  • Eine gehäufte Messerspitze Gelbwurz | wird als Kurkuma verkauft und färbt die Soße schön gelblich
  • 50 Gramm vegane Butter
  • 2 EL Rohrzucker
  • 6 EL Semmelbrösel | bzw. Paniermehl 
  • 1 TL Zimt
  • 1-2 EL geschälte, ungesalzene Pistazien

Zubereitung

Mehlig kochende Kartoffeln schälen und ohne Salz in kochendem Wasser weich kochen. Damit dieser Vorgang schnell geht, viertele ich die Kartoffeln. Die Kochzeit beträgt in etwa 10-12 Minuten, je nach Sorte und Größe. Anschließend Wasser abgießen, Kartoffeln kurz abdampfen lassen und durch eine Kartoffelpresse in eine große Rührschüssel drücken. Masse etwas abkühlen lassen. Mehl und Weichweizengrieß mit einer Prise Salz, der veganen Butter und einer großen Prise Zimt hinzu geben. Alle Zutaten mit den Händen zu einem weichen Teig kneten. Sobald sich eine Teigkugel formen lässt, Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zügig zu einem elastischen Teig kneten, zu einer Kugel formen und mit Klarsichtfolie umschlossen für etwa 45 Minuten in den Kühlschrank geben.

In der Zwischenzeit können die Zwetschken gewaschen und entsteint werden.

Dann die Vanillesoße zubereiten. Dafür die Pflanzenmilch in einen Topf geben. Zimt einrühren. Eine Vanilleschote längs aufschneiden, das Mark herauskratzen und zusammen mit der Vanilleschote in in die Pflanzenmilch legen. Pflanzenmilch erhitzen, etwa 3-4 Minuten köcheln lassen und anschließend durch ein feines Sieb in einen zweiten Topf gießen. 3 EL Ahornsirup einrühren und die Soße mit ein ganz klein wenig Kurkuma (Gelbwurz) gelblich färben. Der Geschmack des Kurkumas ist dabei vernachlässigbar gering, es geht hier um die Färbung. Wer möchte gibt zum Schluss eine Messerspitze Guarkernmehl zum leichten Andicken der Soße hinzu.

Tipp: Guarkernmehl ist ein pflanzliches und hoch effektives Verdickungsmittel, das in der veganen Küche vielfältig zum Einsatz kommt. Das Bindemehl wird aus der indischen Guarbohne gewonnen und dickt sowohl warme als auch kalte Speisen sehr stark an. Es sollte in ganz geringen Dosen eingesetzt werden, sonst habt ihr schnell einen Pudding statt einer Soße. Sollte die Menge dennoch zu groß gewesen sein, solange Wasser zugießen, bis die Soße wieder flüssiger ist.

Teig aus dem Kühlschrank nehmen, zu einer Rolle formen und kleine Portionen abstechen. Die Teigportionen in der Handfläche auseinander drücken, je Portion eine Zwetschke hinein geben, einen TL Rohrzucker mit einer Prise Zimt in die Zwetschkenmitte füllen, Zwetschke schließen und den Teig mit beiden Händen um die Zwetschke zuziehen. Umschlossene Zwetschke zwischen den Händen gleichmäßig rund rollen. Vorgang so lange wiederholen, bis Zwetschken und Teig verbraucht sind.

Wasser in einem Topf erhitzen. Zwetschkenknödel in kochendes Wasser einlegen, Hitze etwas reduzieren und Knödel etwa 6-8 Minuten im köchelnden Wasser ziehen lassen. Wenn die Knödel an die Wasseroberfläche steigen, sind sie fertig.

In der Zwischenzeit vegane Butter in einer Pfanne schmelzen lassen. 2 EL Rohrzucker einstreuen und im Fett etwas anrösten. 6 EL Semmelbrösel und Zimt hinzu geben und immer wieder leicht umrühren. Brösel in der Pfanne etwa 3-4 Minuten anrösten lassen, bis sie schön goldbraun und knusprig sind. Dann Pfanne vom Herd nehmen. Einige Pistazien hacken und bereit stellen. Vor dem Servieren die Vanillesoße nochmals erwärmen und umrühren.

Vanillesoße in vertiefte Teller geben. 1-2 Knödel pro Portion auf die Soße setzen, mit etwas Soße leicht übergießen und die Knödel mit reichlich süßen Knusperbröseln bestreuen. Zwetschkenknödel mit gehackten Pistazien garniert servieren. Ich gebe zum Schluss gerne noch ein Blatt Minze oder Melisse zur Deko hinzu.

Rezepte, die ebenfalls interessant sein könnten

Leave a Reply

7 − 1 =

11 Kommentare

  • Reply
    Ellen Streicher
    13. August 2016 at 15:46

    Liebe Lea,

    heute hab ich mich, etwas bange ob sie gelingen werden und sich womöglich im Topf zu glibbernder Masse auflösen, an die Zwetschkenknödel gewagt.
    Und was soll ich sagen außer : Boooaaaaaahhhhhhhh sind die lecker!!
    Sie sind so wunderbar gelungen und schmecken soooooooo lecker! Wir haben sie als süße Hauptmalzeit gegessen.
    Vielen Dank, für dieses wunderbare Rezept aus Deiner Küche!
    LG
    Ellen

    • Reply
      Lea
      14. August 2016 at 19:22

      Hallo Ellen,
      wohooo – das freut mich! Super, dass Dir die Zwetschkenknödel so gut geschmeckt haben ;-)) Herzliche Grüße aus Berlin, Lea

  • Reply
    Ursula
    18. Dezember 2015 at 19:07

    Liebe Lea,

    es ist schon etwas her, dass ich die Zwetschkenknödel gemacht habe und hatte dabei auch Probleme mit der Suchfunktion, da ich normalerweise von “Zwetschgen” spreche und nicht “Zwetschken” 😉
    Aber ich weiß ja was gemeint ist und so haben wir ein wundervolles, dekadentes Frühstück genossen. Wirklich nur köstlich, ohne jegliches Wenn und Aber.
    Wen es interessiert, es schmeckt auch mit Vollkornmehl ganz klasse 🙂

    LG,
    Ursula

  • Reply
    Petra
    4. September 2014 at 21:16

    Liebe Lea,

    vielen herzlichen Dank für die vegane Version dieses Lieblingsessens aus Kindertagen. Ich habe sie gestern bereits zum zweiten Mal nach Deinem Rezept gemacht. Da unsere Zwetschgen sehr süß sind, habe ich sie nicht mit Zucker gefüllt, sondern habe Zimt und Zucker separat dazu gereicht.

    Da Kartoffelteig bei mir gerne zum Verkochen neigt, habe ich die Zwetschgenknödel im Dampf gegart. So konnte nichts schief gehen.

    Wir essen die Zwetschgenknödel immer als Hauptgericht, so wie früher bei Oma und Opa. Lecker!

    Liebe Grüße aus Oberschwaben – Petra

    • Reply
      Lea
      5. September 2014 at 07:56

      Hallo Petra, es ist superschön zu hören, dass das Rezept gut gelingt und Euch schmeckt. Vegan Schlemmen ist doch einfach herrlich! Mich erinnern die Knödel auch immer an schöne Zeiten mit meinen Großeltern 🙂 Bis bald, liebe Grüße Lea

  • Reply
    Sina's Welt Lifestyle-Blog
    25. August 2014 at 16:54

    Ah,… sabber! Genau wie früher bei Oma. Einfach lecker! So, jetzt muss ich aber in den Garten Zwetschken ernten 🙂

    • Reply
      Lea
      26. August 2014 at 06:56

      Jaaa, wie bei Omi damals und so schön saftig, pappig & süß 🙂 liebe Grüße Deine Lea

  • Reply
    Heike
    22. August 2014 at 22:31

    Ich stelle mir das sehr lecker vor! Das ist ein typisches Gericht aus Österreich, oder?
    Da ich ja bekennender Österreich-Fan bin, muss ich das glaube ich unbedingt testen! Serviert man die Knödel zum Kaffee, oder eher zur Nachspeise, oder etwa als Hauptspeise?
    Ich bin auch ein Sommer-Mensch, freue mich aber auch auf die Herbsttage, auf Zwetschgen, Kürbis, buntes Laub und Morgennebel….
    Im Moment bin ich auf der Suche nach einem Rezept für Zucchini-Kuchen oder Zucchini-Muffins. Es gibt einige, aber so ganz überzeugt hat mich noch keins. Hast du nicht eins, Lea?
    Liebe Grüße
    Heike

    • Reply
      Lea
      26. August 2014 at 06:54

      Hallo Heike, schön von Dir zu hören 🙂 Ja, die Zwetschkenknödel sind, wie die Schreibweise mit “k” bei mir schon verrät, eine typisch österreichische Spezialität. Aber man kann die Knödel auch mit Marillen, also Aprikosen, füllen. Die Knödel sind ziemlich süß, daher würde ich sie entweder zu einem Nachmittagscafé servieren oder als eine Art süße Zwischenmahlzeit. Als Nachspeise kann man sie auch servieren, aber dann vielleicht nur einen Knödel pro Portion?! *lach*
      Hmm, leider habe ich auf die Schnelle kein Zucchini-Kuchen oder -muffinrezept zur Hand…aber ich finde das eine tolle Idee. Mal sehen, vielleicht fällt mir zur jetzigen Zucchinizeit noch was dazu ein. Das würde ich dann entsprechend posten 😉 Ganz liebe Grüße Deine Lea

  • Reply
    Lea
    22. August 2014 at 19:51

    Du bist so süß, Brigitte! Danke, für diesen mal wieder herzerwärmenden Kommentar. Ich freue mich immer sehr, von Dir zu hören 😉 Ja, der Herbst kommt und bald werden wir uns wieder bei Tee und Kerzenschein auf dem Sofa einkuscheln. Dann geht es auch wieder los mit den etwas deftigeren (Mehl-)Speisen – ach, eigentlich bin ich ein Sommerkind, aber ich freue mich trotzdem schon wieder drauf. Bis bald, liebste Grüße Lea

  • Reply
    Brigitte
    22. August 2014 at 11:36

    Oh Lea, welch ein Traum – habe eben minutenlang die letzten beiden Bilder angestarrt und mir gewünscht, dass genau dieser Teller bitte umgehend vor mir landen möge. Ich liiiebe diese Art von Mehlspeisen; Fruchtknödel mit Topfenteig finde ich übrigens auch sehr fein, den mache ich mit abgetropftem Soja-Joghurt. Danke wieder mal für diese kulinarische Inspiration! Alle Liebe, Brigitte